Hildesheim unter Strom

04.06.2004 - Am 03. Juni fand in Hildesheim eine Diskussionsveranstaltung der bGRÜNEN JUGEND/b zu Europa und Energie statt. Eine Kooperation zwischen der bGJ Hannover/b und der bGJ Hildesheim/b.

Einstiegsreferat zum Thema von Lars (GJ Hi)

Die Info- und Diskussionsveranstaltung in der Hildesheimer Kulturfabrik Löseke war der zweite Teil der Kooperation zwischen der GRÜNEN JUGEND Hannover und Hildesheim. Am Samstag, den 29. Mai 2004, hatte ein gemeinsamer Aktionsstand von Aktiven der beiden Ortsgruppen in der Hildesheimer Innenstadt stattgefunden. Inhaltliches Hauptthema der beiden Veranstaltungen war Europa und Energie.

Hildesheim unter Strom! Energiewende europaweit?! Vor Ort anfangen!
Wo kommt der Strom aus der Steckdose eigentlich her? Wie wird der Strom in Deutschland und Europa erzeugt, welche Chancen hat eine europaweite Energiewende? Diese und weitere Fragen beschäftigten die BesucherInnen und die Podiumsgäste der Veranstaltung am Donnerstag, den 03. Juni 2004. Auf dem Podium saßen Christian Meyer (Grüner Experte für die Energiepolitik im Europäischen Parlament) und Joey Schaffner (Wissenschaftlicher Mitarbeiter des PESTEL- Instituts in Hannover, Energieexperte).

"Europa steigt aus," äußerte sich Christian Meyer schon zu Beginn der Veranstaltung positiv hinsichtlich der Chance eines europaweiten Atomausstiegs. Einige Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben schon jetzt kein einziges Atomkraftwerk mehr im Betrieb, andere Länder, wie die BRD, haben einen Ausstieg beschlossen. Ebenso positiv äußerte sich Meyer zu den Chancen einer Energiewende an dem Beispiel Deutschland: "Die Erneuerbaren Energien sind ein Boomsektor. Bereits jetzt sind 130 000 Menschen in diesem Bereich beschäftigt."
Auch Joey Schaffner sah durchaus positive Ansätze für eine Energiewende, sah als Hauptgrund für diese Entwicklung allerdings mehr die EU: "Die EU gibt die Richtlinien zur Förderung der erneuerbaren Energien. Auch Mitgliedsländer, die keine Grünen in der Regierung haben, müssen diese Vorgaben umsetzen." Negativ bewertete Schaffner allerdings die Umsetzung der Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland: "Es gab keine wirkliche Öffnung, es haben sich feste Monopole herausgebildet."
Einige Gäste der Veranstaltung nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu stellen. "Gibt es eine Möglichkeit, aus Euratom auszusteigen?" fragte einer der Anwesenden und zielte damit auf das Förderprogramm der EU für Atomkraft, ein Relikt aus der Gründerzeit der Europäischen Gemeinschaft. "Die neue Verfassung der EU bietet die Chance, diesen Passus endlich herauszulassen und ihn für Beitrittskandidaten nicht mehr bindend zu machen. Die Mitgliedsstaaten können dann aus Euratom aussteigen," antwortete Meyer auf diese Frage.

Die Energiewende wird nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen sein, aber es gibt bereits jetzt viele gute Ansätze und Chancen: Das Fazit der Infoveranstaltung fiel überwiegend positiv aus. Eine angenehme erste größere Veranstaltung der GRÜNEN JUGEND Hildesheim. In Zukunft sollen weitere Aktivitäten folgen!


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