Modern - gerecht - nachhaltig Bürgerversicherung statt Kopfpauschale
14.09.2005: Noch 4 Tage bis zu Bundestagwahl. In einer Sonderausgabe des IGEL, Zeitung der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, wird hier jeden Tag ein aktueller Artikel zur Wahl veröffentlicht. In diesem Beitrag erklären Clara Hermann und Felix Tintelnot, wie die Union mit der Kopfpauschale die solidarischen Krankenversicherung aufkündigt und warum wir zur Finanzierung des Gesundheitssystem die Grüne Bürgerversicherung brauchen.
Clara Hermann
Das deutsche Gesundheits- und Pflegesystem befindet sich im Krankenbett. Es findet eine ungerechte und wenig nachhaltige Trennung der Versicherten in PatientInnen zweier Klassen statt: Die Gutverdienenden und Gesunden versichern sich in der privaten Krankenversicherung, während die gesetzliche Krankenversicherung zu einer Solidargemeinschaft der Kranken und Schwachen verkommt. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es ein Gesundheitssystem, in das alle Versicherten gemäß ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit einzahlen, aber ausgerechnet die starken Schultern sich aus der Solidargemeinschaft verabschieden können. Ein solches System kann nicht zukunftsfähig sein.
Auch die einseitige Finanzierung der Sozialversicherungsbeiträge über Arbeitseinkommen halten wir für falsch. Während auf 3000 Euro Arbeitseinkommen ca. 474 Euro Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung monatlich zu entrichten sind, werden Einkünfte aus Kapitalvermögen nicht verbeitragt. Dies belastet vor allem kleine und mittlere Arbeitseinkommen und macht Investitionen in Arbeit im Vergleich zu Kapital unattraktiver.
Ein Modell für die Grüne Bürgerversicherung im Überblick:
[] Die Trennung zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherungssystem wird aufgehoben.
[] Auch andere Einkommensarten wie Miet- und Zinseinkünfte werden zur Finanzierung des Gesundheitswesens herangezogen, somit kommt es nicht auf die Quelle sondern auf die Höhe des Gesamteinkommens an.
[] Die paritätische Finanzierung der Beiträge auf Lohneinkommen von ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen bleibt erhalten.
[] Die Beitragsbemessungsgrenze wird auf 5200 Euro angehoben
[] Ein negatives Ehegattensplitting wird eingeführt.
[] Der Leistungskatalog bleibt in seiner bisherigen Form erhalten.
[] Die Bürgerversicherung wird auch in der Pflege eingeführt, wobei die Leistungen der Pflegeversicherung dynamisiert werden.
[] Der durchschnittliche Beitragssatz zur Krankenversicherung sinkt um 2,5 Beitragssatzpunkte.
[] Alle Einkommensbezieher unter 4200 Euro werden deutlich entlastet.
[] Die Finanzierung des Gesundheitswesens wird auf eine breite und nachhaltige Grundlage gestellt
Unsozial und unfinanzierbar
Die Union hingegen will mit der Kopfpauschale das noch vorhandene Solidarprinzip im Gesundheitswesen kaputt machen, die FDP will die gesetzliche Krankenversicherung sogar ganz abschaffen.
Wohin geht das Gesundheitssystem?
Clara Hermann, 20, und Felix Tintelnot, 21, studieren beide in Berlin und sind die KoordinatorInnen des Fachforums Wirtschaft und Soziales der GRÜNEN JUGEND.
Felix Tintelnot
Transparent beim Wahlparteitag











