Familienfreundliches Garbsen

Kleinkinderbetreuung

Nach einer "forsa"-Umfrage von März 2005 beklagen 60 % der berufstätigen Eltern unflexible Öffnungszeiten- und Betreuungszeiten in der Kinderbetreuung. Eine repräsentative Befragung des Institutes für Arbeit und Technik in NRW von Januar 2004 bestätigt den Wunsch der Eltern nach flexiblen Betreuungsangeboten. Idealvorstellung vieler Mütter, so die aussage des Verbandes berufstätiger Mütter, sei ein Wiedereinstieg in den Job mit ca. 15 Stunden, im Laufe der Zeit dann ein aufstocken auf 30 Stunden. Dafür braucht man aber flexible Plätze. Dass diese Idealvorstellung der Eltern keine Utopie bleiben muss, belegen viele positive Beispiele, mehrheitlich aus Bayern und NRW. Wie könnten diese flexiblen Betreuungszeiten nicht nur in den Kinderkrippen sondern auch in den Kindergärten aussehen?

Die Idee ist so einfach wie nahe liegend: Die Eltern bestimmen selbst, wann und wie lange sie ihr Kind in einer Krippe oder Kita betreuen lassen möchten. Könnten alle Eltern so entscheiden, hätten mehr Kinder Platz unter drei Jahren einen Krippenplatz. Denn längst nicht alle Eltern wollen oder brauchen für ihr Kind einen Ganztagsplatz an fünf Tagen in der Woche. Mehr Arbeit für die Erzieher, mehr Flexibilität für die Eltern. Nach Aussagen der Erzieher die nach einem solchen Modell arbeiten, ist eine Planung natürlich recht aufwändig, mittlerweile hilft ein Computerprogramm bei der Wochenplanung und nach einer längeren Erfahrung bekommt man genug Routine. Selbstverständlich ist, dass es feste Bring- und Abholzeiten und feste Bezugspersonen und Betreuer gibt. Ein ganz wichtiger Aspekt für flexible Betreuungszeiten sind die Kosten für die Eltern. Es ist anderen Eltern gegenüber unfair, wenn Eltern für fünf Tage die Woche die Betreuung buchen und bezahlen müssen, obwohl sie nur eine Vollzeitbetreuung für 3 Tage brauchen. Es ist auch nicht fair von Seiten der Einrichtungen, wenn sie sagen, sie müssen ihr Kind fünf Tage abgeben, wenn sie nur drei Tage arbeiten und sich zwei Tage Zeit für ihr Kind nehmen können. Warum also jemanden der nur 15 Stunden arbeitet, zwingen, für sein Kind 25 Krippenstunden zu bezahlen? Kann es der Sinn sein, Eltern vor die Wahl zu stellen: Wenn du mit einem Kleinkind arbeiten willst, dann bitte jeden Tag! Und wenn dein Arbeitszeitmodell mit dem Betreuungsmodell nicht kompatibel ist, dann such dir eben eine Tagesmutter. Wie oft stellt sich dann die monetäre Frage: Bleibt von dem Verdienst überhaupt noch etwas übrig, denn es gibt ja mehrheitlich schlecht bezahlte Teilzeitjobs? Wir brauchen Kinder, warum machen wir es Eltern so schwer entsprechende Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu finden. Es gibt genug Modelle die beweisen, dass es auch anders geht. Wir werden uns für flexible Betreuungszeiten einsetzen. Damit Garbsen familienfreundlich wird, reicht es nicht aus, nur eine optimale Kinderbetreuung der Krippen und Kindergartenkinder zu haben. Es muss auch nach der Schule eine optimale Betreuungsform geben. Als Beispiel können Ganztagsgrundschulen genannt werden oder Hortplätze die auch flexible Betreuungszeiten haben.

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