Naturschutz, Umwelt und Landwirtschaft

in der Stadt

DIE GRÜNEN wollen die typische Eigenart unserer Kulturlandschaft erhalten und wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere schützen und wieder entwickeln.

Ökologische Landwirtschaft

Eine umweltgerechte Landwirtschaft spielt in diesem Zusammenhang eine unverzichtbare Rolle. Wesentliche Ziele können durch eine Ausweitung des ökologischen Landbaus erreicht werden; aber auch für andere Nutzungsformen gilt: Naturschutz nicht gegen, sondern mit der Landwirtschaft. Im Einzelnen heißt das

  • Ökologische Landwirtschaft zu unterstützen, indem z.B. für städtische Pachtflächen Kriterien entwickelt werden, die Landbau nach ökologischen Maßstäben bevorzugen.
  • mit landwirtschaftlichen Betrieben Absprachen zur Pflege von Natur und Landschaft zu vereinbaren, so dass die Landwirte auch finanziell von der Stadt honoriert werden.
  • Fördermöglichkeiten der EU und des Landes gezielt für die Stadt einzuwerben werden, um den finanziellen Spielraum für Naturschutzmaßnahmen und umweltgerechte Landnutzung zu vergrößern. Ab 2007 läuft das Nachfolgeprogramm von "Proland"; die Organisation einer gezielten Beratung für die Landwirte, ggf. in Kooperation mit der Region - stellt eine wichtige Aufgabe dar.

Angesichts der vielfältigen Eingriffe in den Naturhaushalt sind Flächen vorausschauend zu sichern, auf denen die Eingriffe ausgeglichen werden ("Kompensationsflächenpool"). Hier muss die Stadt auf den eigenen Flächen als Vorbild vorangehen.

Gentechnik

Wir haben uns immer gegen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgesprochen und diverse Anträge und Anfragen dazu gestellt. Es macht uns ein wenig stolz, dass nun auch die SPD dieses so wichtige Thema für sich entdeckt hat. Die Speerspitze im Kampf für ein gentechnikfreies Garbsen werden jedoch auch weiterhin Die GRÜNEN bleiben.

Regenerative Energie

Für uns sind regenerative Energien aus Sonne, Windenergie oder aus Biomasse ein Schritt in die Zukunft. Unsere Gesellschaft wird künftig in steigendem Umfang die fossilen Energien ersetzen müssen. Die Notwendigkeit hierzu ergibt sich nicht nur, um einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz unter dem Motto "Global denken - lokal handeln" zu leisten, sondern auch, weil die fossilen Energien für alle erkennbar in ihrer Verfügbarkeit begrenzt sind. Für uns ist dabei unverzichtbar, die Ängste und Bedenken der Anlieger bei der Einführung neuer Technologien frühzeitig zu erkennen und sehr ernst zu nehmen.

Umwelt und Wirtschaft

Wirtschaft und Umwelt müssen in einem ausgewogenen Verhältnis entwickelt werden. Wir fördern die Ansiedlung und Stärkung solcher Unternehmen, die zukunftsbeständige Arbeitsplätze schaffen und sichern. Damit werden der Stadt verlässliche und einplanbare Steuereinnahmen ermöglicht. Diese wirtschaftliche Entwicklung muss im Einklang mit der Umwelt erfolgen.

Statt Gewerbeentwicklung um jeden Preis wollen wir Entwicklung dort, wo es erforderlich, sinnvoll und ökologisch vertretbar ist. Dann entstehen für die Bürgerinnen und Bürger Garbsens attraktive und lebenswerte Wohn- und Arbeitsverhältnisse. Garbsen ist auf gutem Weg, durch den PZH-Fachbereich Maschinenbau der Uni Hannover Wissenschafts-Standort zu werden. Zudem haben wir eine umfassende Schul-Infrastruktur, KiTa-Standorte und zwar zunehmende, jedoch immer noch zu wenige Arbeitsplätze vor Ort. Hier müssen die weggefallenen Pendler-Arbeitsplätze in Hannover (VW/Conti/Varta) kompensiert werden. Da ausreichend Gewerbeflächen vorhanden sind, wollen wir diese durch aktive Wirtschaftsförderung mit vorrangig emissionsarmen Gewerbe belegen.

In den Wohn- und Gewerbegebieten werden wir die Nutzung regenerativer Energien, sparsamen Verbrauch von Boden und Wasser und die Vermeidung von Abfall fördern.

Wir achten darauf, dass Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung umweltverträglich gestaltet werden. Neue Wohngebiete sollen dort entstehen, wo sie am wenigsten durch Lärm und Gewerbeverkehr belastet werden und Natur und Landschaft am wenigsten beeinträchtigt werden.

Die GRÜNEN werden sich dafür einsetzen, dass

  • die von den Bürgerinnen und Bürgern für Garbsen ausgearbeitete Lokale Agenda 21 beachtet und soweit wie möglich umgesetzt wird.
  • angesichts der vielfältigen Eingriffe in den Naturhaushalt Flächen vorausschauend gesichert werden, um Eingriffe ausgleichen zu können ("Kompensationsflächenpool"). Hier fordern wir die Stadt auf, als Vorbild auf eigenen Flächen voranzugehen.
  • Niederschlagswasser weitgehend versickern kann.
  • der Landschaftsplan fortgeschrieben und umgesetzt wird.

Umweltinformationen für Bürgerinnen und Bürger

In der EG-Richtlinie über den Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen (gilt seit 2/2005 in Niedersachsen direkt, da die Richtlinie bisher nicht in Landesrecht umgesetzt wurde) wird die aktive und systematische Verbreitung aller umweltrelevanten Informationen durch alle Behörden garantiert. Dabei soll insbesondere das Internet als Informationsmedium genutzt werden. Relevante Umweltinformationen sind z.B. Daten über

  • den Zustand von Umweltbestandteilen wie Luft Wasser, Boden, Landschaft und natürliche Lebensräume, Arten , gentechnisch veränderter Organismen;
  • Faktoren wie Energie, alle Arten von Emissionen (z.B. Lärm, Staub und Strahlung), Abfälle, Ableitungen und sonstige Freisetzungen von Stoffen in die Umwelt, ...
  • Maßnahmen oder Tätigkeiten, die sich auf die Umweltbestandteile positiv oder negativ auswirken können (auch politische Konzepte, Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Abkommen, ... Pläne und Programme).
  • Berichte über die Umsetzung des Umweltrechts.
  • Informationen über Maßnahmen, die sich positiv oder negativ auf die Umwelt auswirken können.
  • den Zustand der menschlichen Gesundheit, Sicherheit, die Lebensbedingungen des Menschen sowie Kulturstätten und Bauwerke.

Die GRÜNEN fordern, in Garbsen mit Gutem Beispiel voranzugehen, die Richtlinie konsequent umzusetzen und damit die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in den Vordergrund zu stellen . Die Stadt muss Vorkehrungen treffen, um den Zugang zu den bei ihren Ämtern verfügbaren Umweltinformationen zu ermöglichen. Wir setzen uns für die Speicherung der Informationen in Datenbanken ein, die über das Internet abrufbar sind. Der Informationszugang sollte erleichtert werden durch

  • die Benennung von Auskunftspersonen oder Informationsstellen,
  • die Veröffentlichung von Verzeichnissen über verfügbare Umweltinformationen,
  • die Einrichtung öffentlich zugänglicher Informationsnetze und Datenbanken und
  • die Veröffentlichung von Informationen über behördliche Zuständigkeiten

Lärmminderung in Garbsen

Garbsen hat neben dem eigenen Lärm im Süden die Eisenbahn, in der Mitte die Autobahn und die B6 sowie im Norden und Westen den Fluglärm aus Langenhagen und Wunstorf. Der Lärm hat in den vergangenen Jahren überproportional zugenommen. Die besondere Brisanz der Umweltbelastung durch Lärm wird auch dadurch deutlich, dass heute der Lärm und die hierdurch entstehenden gesundheitlichen Probleme von allen großen Umweltverbänden als eines der größten Umweltprobleme aller Industrienationen eingestuft wird.

Wir haben in den letzten Jahren mehrere Informationsveranstaltungen und Aktionen zum Thema "Lärm" mit großem Erfolg veranstaltet. Wirwerden das Thema Lärmschutz auch weiterhin als Schwerpunkt verfolgen und die BIGUM in ihren Zielen unterstützen.

Konkret heißt das:

  • Aufstellung eines Lärmaktionsplanes (§47d BIMSCHG) in Garbsen;
  • Konsequente aktive Lärmvermeidung: Dazu zählen in erster Linie eine lärmvermeidende Verkehrs- und Stadtplanung (z.B. frühzeitige Planung von Verkehrsflüssen bei Neubaugebieten, Verhinderung unnötiger nächtlicher Ampelwartezeiten usw.), aber auch mögliche Betriebsbeschränkungen;
  • Lärmvermeidende Straßenbeläge für die B6 und die A2;
  • Nachtflugverbot für den Flughafen Hannover-Langenhagen.


Passive Lärmschutzmaßnahmen wie z.B. Lärmschutzfenster sollten die Ausnahme bleiben, denn ein "Leben hinter Glas" ist kein erstrebenswertes Ziel der Wohnqualität. Agenda 21 in Garbsen Vor mehr als einem Jahrzehnt, am 3. Juni 1992 haben in Rio de Janeiro auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 170 Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, ein Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert verabschiedet, die AGENDA 21. Auch für Garbsen hat eine Arbeitsgruppe lokale Ziele ausgearbeitet. Eine abgescannte Version der garbsener Agenda finden sie unter: Garbsen Agenda 21 Weitere Hinweise hierzu sind auf den Internetseiten der Stadt Garbsen unter folgender Adresse zu finden: Lokale Agenda 21 (zu fínden aud den Seiten der Stadt: -> Natur - Umwelt ->Umwelt ->Lokale Agenda 21)

8.6.2006

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