Stadtentwicklung - Garbsens Neue Mitte
Stadt ohne Zentrum
Die Garbsener BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN haben an der Entwicklung des Konzeptes einer neuen Stadtmitte seit 1996 kritisch mitgearbeitet. Sie sehen insbesondere in dem dieser Planung zu Grunde liegenden Zentrenkonzept (( http://www.garbsen.de/internet/page.php?site=904000144&typ=2&rubrik=904000011 )) ein Mittel, den bis dahin praktizierten Wildwuchs der Stadtplanung nachhaltig zu stoppen. Im Ratsantrag 151/2007 haben BÜBDNIS 90 / DIE GRÜNEN ihre Vorstellungen zur "Neuen Mitte" erklärt.
Die "Neue Mitte" besteht keinesfalls nur aus dem Sonae-Center, sondern der gesamte Bereich von der Gutenbergstraße bis zum Kohake-Centrum, dem Shopping Plaza und Real sowie die bereits bestehenden Bauten um den Rathausplatz mit der Stadtbibliothek, dem Kino und dem IGS-Forum bilden die "Neue Mitte" Garbsens. Sie müssen als städtebauliche Einheit entwickelt werden. Das Ziel dieser Planungen besteht vor allem darin, Garbsen fit für die Zukunft zu machen. Das wird nur gelingen, wenn die Stadt sich frühzeitig den Herausforderungen des demographischen Wandels stellt. Dabei spielen gerade im Hinblick auf den Standortwettbewerb neben den harten Faktoren wie Lage, Arbeitsplätze, die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte und die Verkehrsanbindung, auch weiche Faktoren wie das Image der Stadt, das Bildungsangebot, die Einkaufsmöglichkeiten und die Wohn- und Lebensqualität eine entscheidende Rolle. Vieles ist in Garbsen bereits auf den Weg gebracht worden, besonders zukunftsweisend ist dabei der Ausbau der universitären Einrichtungen. Die Entwicklung der "Neuen Mitte" wird die Lebensqualität der Stadt entscheidend verbessern, ihre Attraktivität besonders für junge Menschen erhöhen. Sie wird eine Aufbruchsstimmung entfachen, wie sie schon einmal am Beginn der Planungen unter den Bürgerinnen und Bürgern herrschte.
Angesichts der spezifischen Geschichte der Stadtwerdung Garbsens muss das Ergebnis jeder Entwicklung sein, die gewachsenen Ortsteile in ihrer Eigenart zu erhalten, eine angemessene Grundversorgung mit Geschäften, eigenen Supermärkten und Institutionen sicherzustellen und sie lebenswert zu gestalten und auszubauen. Eine besondere Rolle nehmen dabei die stark besiedelten Stadtteile "Alt-Garbsen" und "Auf der Horst" ein. Das hier vorhandene Einkaufszentrum "Planetencenter" war früher auch über den Nahbereich hinaus ein attraktives Einkaufsziel - wurde aber leider von den unterschiedlichen Eigentümern immer mehr vernachlässigt und kann heute leider kaum noch seinen Charakter als Regionalversorger rechtfertigen. Wechselnde Eigentümer haben das Zentrum zwischenzeitlich leider in Teilen vollkommen verwahrlosen lassen. Der Rat der Stadt hat bereits mehrere Versuche unternommen, um die Eigentümer für eine Revitalisierung dieses Zentrums zu gewinnen. Das Planetencenter ist in das o.g. Konzept zur Sicherstellung der regionalen Versorgung des Stadtteils eingebettet und genießt in einer für die regionale Versorgung angemessenen Größe Bestandsschutz. Gleichzeitig soll in der "Neuen Mitte" ein urbanes Zentrum geschaffen werden. Hier soll in Zukunft das Herz der Stadt schlagen. Dieses Ziel ist im Zentrenkonzept der Stadt festgelegt, das der Rat einstimmig beschlossen hat. Die "Neue Mitte" darf kein in Beton gegossener Verkaufstempel werden. Vielmehr müssen dort Vorhaben integriert werden, die dazu führen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich mit ihr identifizieren.
KONKRETE ZIELE UND IHRE PLANERISCHE UMSETZUNG
An erster Stelle sind die Träger der Entwicklung die Garbsener BürgerInnen, deren Vorstellung zur zukünftigen Lebensqualität oberster Maßstab der Entwicklung sein muss. Weiterhin sind die Vorstellungen der schon in diesem Bereich ansässigen Geschäftsleute sowie Institutionen und Unternehmen, die sich in der "Neuen Mitte" ansiedeln wollen, zu berücksichtigen. Die Ausführenden dieser Vorstellung sind der Stadtrat, die Stadtverwaltung und die Firma SONAE als Investor. Beim jetzigen Planungsstand sind alle Beteiligten aufgefordert, ihre spezifischen Aufgaben zu erledigen, gleichzeitig aber in enger Abstimmung miteinander zu arbeiten. Stadtrat und Stadtverwaltung haben bereits zusammen mit dem Investor und mit Bürgerbeteiligung wichtige Entscheidungen für den Planungsprozess getroffen. Dazu gehört besonders das Verkehrskonzept. Rat und Verwaltung müssen mit Bürgerbeteiligung als Nächstes entscheiden, welche städtischen bzw. städtisch geförderten Einrichtungen, wie z.B. Stadtarchiv, Musikschule und Heimatmuseum, in der Neuen Mitte angesiedelt werden sollen. Der Investor SONAE erklärt verbindlich, in welcher Weise Freizeit und Kultur baulich in seinem Komplex integriert werden können. BürgerInnen, Geschäftsleute und Institutionen artikulieren ihre Interessen und bringen diese in den Planungsprozess ein. Die Hauptrolle hierbei könnte ein zu gründender Verein "Neue Mitte" übernehmen. Er kann unabhängig von den Parteien diejenigen aktivieren, die Interessen an der "Neuen Mitte" haben. Dieser Verein sollte die Plattform sein, die zunächst Ideen sammelt, sie öffentlich macht und sie in den Planungsprozess einbringt.
Folgende Vorhaben werden mit verschiedenen Akteuren auf den Weg gebracht:
1. Die "Neue Mitte" entwickelt sich zum gesamtstädtischen Zentrum. Sie repräsentiert ganz Garbsen, sie schafft Identifikation durch seine Geschichte. Ziel: Darstellung der Geschichte Garbsens. Räume für Stadtarchiv und ein Stadtmuseum Ansprechpartner: Stadtarchivverein, Heimatvereine der Ortschaften....
2. Die "Neue Mitte" zeichnet sich durch einen hohen ökologischen Standard aus. Ziele: Bauten und Umfeld werden nach ökologischen Maßstäben errichtet Beispielhaft ist das Rathaus, Einbeziehung von Grün und Wasser. Ansprechpartner: NABU, BUND, Umweltbeauftragte …
3. Die "Neue Mitte" wird ein kultureller Anziehungspunkt Ziele: Räume für Ausstellungen, Malschule, Musikschule Ansprechpartner: Kulturverein, Kunstforum, Leselust …
4. Die "Neue Mitte" bietet eine breite Palette von Freizeitmöglichkeiten Ziele: Räume für Fitness, Wellness, Spiel- und Sporteinrichtungen, Tanz, allgem. Veranstaltungen Ansprechpartner: kommerzielle Anbieter, Gesundheitsvereine, Sportvereine, Tanzclubs …
5. Die "Neue Mitte" wird zu einem Ort interreligiöser und interkultureller Begegnung Trotz aller Widerstände in der Region Hannover stehen BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN weiterhin mit Überzeugung hinter den Planungen für die "Neue Mitte". Sie sind sich aber bewusst, dass viele Bürger und Bürgerinnen sich durch die zeitliche Verzögerung des Baubeginns verunsichert und desorientiert fühlen. Deshalb wird BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN in der nächsten Zeit die Öffentlichkeit verstärkt über alle Planungen und Entscheidungen aufklären und versuchen, eine Mehrheit der Garbsener für die "Neue Mitte" zu gewinnen.
Das Planetencenter ist in das o.g. Konzept zur Sicherstellung der regionalen Versorgung des Stadtteils eingebettet und genießt in einer für die regionale Versorgung angemessenen Größe Bestandsschutz.
Eine Dokumentation zur Entwicklung dieses Zentrums zeigt folgender Link:
http://www2.gruene-hannover.de/uploads/18c_planetencenter.pdf [Entwicklung Planetencenter]











