Hemmingen: Standortpolitik im Einzelhandel

25.04.2007 - Was wird aus Arnum?

Antrag:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, Gespräche mit dem Eigentümer bzw. dessen Verwalter des Gebäudes des ehemaligen PLUS-Marktes aufzunehmen, die mit dem Ziel zu führen sind, an diesem Standort wieder einen Supermarkt einzurichten. Bei diesem Gespräch soll erörtert werden, welche Möglichkeiten gesehen werden, hier einen Supermarkt mit maximal 800 qm Fläche einzurichten unter gleichzeitigem Angebot der Stadt, die Parkplatzfläche zu erweitern, wenn ein Bedarf dafür gesehen wird.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Auflistung der derzeit an dem Standort Arnum interessierten Supermarktbetreiber für die Ratsmitglieder anzufertigen, wobei deren angestrebte Angebotsart (Discounter, Vollsortimenter, Shop in Shop) und die Marktgröße (Verkaufsfläche und Grundstücksfläche) angegeben werden soll.

3. Die Verwaltung prüft unabhängig von 1. und 2., ob es in Anbetracht der Entwicklung im Bereich der Supermärkte in Hemmingen-Westerfeld und Arnum erforderlich ist, ein Einzelhandelsgutachten für das gesamte Stadtgebiet einzuholen, oder ob es wegen der besonderen baurechtlichen Situation in Hemmingen-Westerfeld ausreicht, ein Gutachten für das südliche Stadtgebiet (Arnum, Harkenbleck, Ohlendorf und Hiddestorf) einzuholen. Dabei hat die Einholung eines Einzelhandelsgutachtens für den Südbereich das Ziel,

a) zu klären, wie sich ein Vollsortimenter bzw. Discounter auf den bestehenden Einzelhandel in Arnum auswirkt, und

b) zu klären, welcher Standort zur Sicherstellung des täglichen wohnortnahen Bedarfs gewählt werden kann.

Begründung:

I.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen sind der Auffassung, dass ein grundsätzliches Bedürfnis besteht, die Einkaufssituation in Arnum nach den Geschäftsaufgaben des PLUS-Marktes und des NP-Marktes zu verbessern. Die Gesamtdiskussion muss dabei jedoch in dem Bewusstsein stattfinden, dass es der Politik in Hemmingen nur begrenzt möglich ist, die Standortpolitik von Wirtschaftsunternehmen zu beeinflussen. Die Eröffnung an einem Wunschstandort der Politik setzt demgemäß voraus, dass dieser den beiderseitigen Interessen gerecht wird.

II.

Hierbei sind zur Stärkung des Zentrums vorrangig Bemühungen zu unternehmen, die Wiedereinrichtung eines Supermarktes am Standort des bisherigen PLUS-Marktes zu erreichen.

Dieser Standort ist insoweit vorteilhaft, als dass er wegen der Zentrumslage für alle Bürgerinnen und Bürger und zudem für den Personenkreis, der nicht über ein Auto verfügt, gleichermaßen gut erreichbar ist. Er verfügt darüber hinaus über einen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr von den Buslinien 300, 350, 366 und 360 (nur Samstag). Damit ist der Markt von Wilkenburg, Ohlendorf und Hiddestorf sehr gut erreichbar. Die Haltestelle des 365 für einen Anschluss aus Harkenbleck ist in fußläufiger Entfernung.

An diesem Standort ist es zudem grundsätzlich möglich, einen Supermarkt mit der derzeitigen Standardgröße von 800 qm einzurichten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sämtliche Verkaufs-/ und Ladenflächen in dem Geschäftsgebäude zusammengefügt werden. Es ist daher zu eruieren, ob der Gebäudeeigentümer eine solche Maßnahme mit trägt. Dieses kann nur in einem gemeinsamen Gespräch erfolgen. Dabei sollte seitens der Stadt die grundsätzliche Bereitschaft signalisiert werden, dass die Parkflächen erweiterungsfähig sind, so dass dieser Markt konkurrenzfähig ist.

III.

Für den Prozess zur Findung eines Standortes für einen neuen Supermarkt muss der Rat der Stadt über sämtliche zur Verfügung stehenden Investoren bzw. Marktbetreiber informiert sein.

Denn die Ratsmitglieder müssen im Entscheidungsprozess berücksichtigen, dass ein Supermarktneubaues in Arnum-Süd eine anschließende Auswirkung auf die Einzelhandelssituation im übrigen Arnum haben kann. Die Nebenfolge der Errichtung eines Supermarktes darf nicht sein, dass kleine Einzelhändler im Zentrum von einer Schließung durch ein Überangebot außerhalb des Zentrums bedroht werden. Zudem ist aus städtebaulicher Sicht zu verhindern, dass aufgegebene Standorte von Supermärkten dazu führen, dass diese auf unabsehbare Zeit leer stehen und das Ortsbild verschlechtern. Unter umweltpolitischen Gesichtspunkten ist daneben zu beachten, dass eine weitere Flächenversiegelung durch Neubauten von Märkten zu vermeiden ist, wenn zeitgleich andere Objekte einen Leerstand aufweisen und deren Flächen nicht konsequent entsiegelt werden.

IV.

Unabhängig von obigen Erwägungen sollte die Verwaltung aufgrund der Veränderungen seit der letzten gutachterlichen Bewertung im Einzelhandel prüfen, ob die Einholung für ein Einzelhandelsgutachten für das gesamte Stadtgebiet erforderlich ist.

Dessen Einholung war letztlich im Bezug auf eine angedachte Eröffnung bei gleichzeitiger Schließung eines Supermarktes im Fall der Weetzener Landstraße angedacht worden. Hierbei war es zu der Fragestellung gekommen, ob eine Steuerung durch die Neueinholung eines Gutachtens denkbar ist, um ein Überangebot unter gleichzeitigem Leerstand zu vermeiden.

Sollte sich dabei herausstellen, dass die baurechtliche Situation wegen der bereits vorliegenden Genehmigung zum Bau eines Supermarktes am Standort "Roter Hahn" eine Steuerung von vornherein als sinnlos erscheinen lässt, so ist jedenfalls an eine Beauftragung für ein Gutachten für den Südbereich des Stadtgebietes zu denken.

Für den Hemminger Südbereich muss ein Einzelhandelsgutachten beeinhalten, ob ein neuer Vollsortimenter oder Discounter Auswirkungen auf den bestehenden Einzelhandel hat und welche Konsequenz damit verbunden wäre. Daneben muss eine Aussage zum geeignetesten Standort zur Sicherstellung des täglichen wohnortnahen Bedarfs getroffen werden.

gez. Jens Beismann, Fraktionsvorsitzender der SPD

gez. Jürgen Grambeck, Fraktionsvorsitzender des Bündnis 90/Die Grünen

Weitere Meldungen

Das Grüne Sofa auf Tour durch die Region

Logo Grünes Sofa Enno Hagenah, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion ist im Kommunalwahlkampf auf Tour durch die Region. An verschiedenen Orten der Region nimmt er auf dem Grünen Sofa Platz und spricht mit den Grünen KandidatInnen und Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Mehr

Pressemitteilung zur aktuellen Diskussion um die B-3-Umgehung

Die Grünen begrüßen, wenn die Sprecherin der Pro-Aktion für die geplante B-3-Umgehung, Silvia Jünke, im öffentlichen Streit um die beste Lösung der Verkehrsprobleme zur Sachlichkeit zurückkehren will - wie in den Leine-Nachrichten angekündigt. Wir Grünen hoffen, dass sie ernsthaft bei sich selbst anfängt! Mehr

Grüne Radtour zum Thema Hochwasserschutz am 25.09.2010

Am Samstag, den 25.September 2010, veranstalten die Grünen in Hemmingen eine Fahrradtour zum Thema Hochwasserschutz und Überschwemmungsgebiete. Mehr

Topmeldungen auf www.gruene-hannover.de

Der neue Vorstand des Grünen Stadtverbands Hannover (v.l.n.r.: Barbara David, Tobias Leverenz, Friederike Kämpfe, Mareike Rehl / nicht im Bild: Daniel Gardemin)

Grüne Hannover wählen neuen Vorstand

10.05.2012 Friederike Kämpfe und Tobias Leverenz sind das neue Vorsitzenden-Team des grünen Stadverbandes Mehr >>

oben, v.l.n.r.: Regina Asendorf, Thomas Schremmer, Belit Onay, unten: Maaret Westphely

Grüne nominieren LandtagskandidatInnen 2013

26.04.2012 Votenvergabe für aussichtsreiche Listenplätze Mehr >>

Grüne DirektandidatInnen (v.l.n.r.): Eva-Maria Hartmann, Katrin Langensiepen, Belit Onay, Thomas Schremmer und Maaret Westphely (Foto Björn Johnsen)

Hannovers Grüne wählen DirektkandidatInnen für die Landtagswahl 2013

19.04.2012 Kämpfe: Hannovers Grüne sind bereit, mit einem engagierten Team gegen schwarz-gelb anzutreten Mehr >>

Grüne und SPD einig bei Stadtbahnsystem und Rettungsdienst

15.03.2012 Entscheidung über Nieder- und Hochflursystem nach regionsweiter Bürgerbefragung. Ausschreibung des Rettungsdienstes im Umland nach dem Konzessionsmodell. Mehr >>

Fukushima gedenken!

06.03.2012 Grüne Hannover rufen zur Beteiligung an der Großdemonstration in Hannover auf Mehr >>

Gruppenbild des neue gewählten Regionsvorstands

Regionsgrüne wählen neuen Vorstand

25.02.2012 Klawunde und Hagenah stimmen auf den Wechsel im Landtag ein Mehr >>