Atomtechnik und Atommüll

29.04.2010 - Presseartikel aus Anlass der "Menschenkette" und des Tschernobyl-Jahrestages

Atomtechnik: Anlässlich der am 24. April stattfindenden Anti-Atomkraft-Demonstration "Menschenkette", an der auch Isernhägener Grüne teilnehmen, wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass es keine sichere Beherrschbarkeit der Atomtechnik geben kann. Politiker, die dies behaupten nehmen das Risiko wissend, aber gewissenlos billigend in Kauf, dass im Ernstfall Millionen von Menschen geschädigt werden und dass - wie in Tschernobyl - riesige Landstriche unbewohnbar werden. Es werden weiterhin Unsummen zu Gunsten der Stromkonzerne verschwendet und es wird mit schön tönenden Worten "Brückentechnologie" Augenwischerei betrieben.
Statt dessen sollten diese rückwärtsgewandten Technologien minimiert und besser in die Entwicklung der Zukunftstechnologien der erneuerbaren Energien investiert werden. Geradezu zynisch ist, dass von F.D.P.-Seite dieser Sachverhalt gerade umgekehrt benannt wird. Unter den schwarz-gelben Regierungen wird der Technologievorsprung, den die deutsche Solarwirtschaft hatte, leichtfertig verspielt.
Gorleben: Es wird immer deutlicher, dass auch schon früher gelogen und betrogen wurde, um der Atomwirtschaft alle Freiheiten zu gewähren. Aus geologischer Sicht gibt es jedoch keine Lösungen, die auf Dauer (also über tausende von Jahren) Atommüll sicher untertage lagern können. Salzstöcke bieten dabei die schlechtesten Aussichten, da sie von Natur aus wassergefährdet sind. Auch bei allen anderen Untertage-Lösungen kann ein Kontakt mit Grundwasser nicht ausgeschlossen werden. Es bleibt nur, den Atommüll unter menschlicher Aufsicht auf "ewig" zu bewachen (in sicheren Übertage-Bauten). Vielleicht bieten sich ja irgendwann einmal technische Lösungen, radioaktives Material kerntechnisch unschädlich zu machen (wie immer das gehen soll). Oder man könnte den Atommüll auf einen anderen Himmelskörper bringen (welche neuen Gefahren dies auch wieder bringen kann).
Es ist mehr Kreativität gefragt, als stur auf Gorleben zu beharren. Auf jeden Fall soll man aber sofort aufhören, noch mehr von dem zu produzieren, was man nicht handhaben kann!
Christoph Schroer

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