Kandidatenwatch ermöglicht Test örtlicher Kandidaten!

20.01.2008 - Zwei Wahlkreis-Kandidaten zum Thema Nachtflüge

Das Portal www.kandidatenwatch.de ermöglicht jetzt auch für die Niedersächsischen Landtagswahlen einen direkten Vergleich von Kandidatenaussagen. Auf die Probe gestellt(www.kandidatenwatch.de/frage-906-13697--f92299.html#frage92299 ) mit einer für Isernhagener Einwohner wichtigen Frage gab es die nachstehenden trennscharfen Antworten:

Flugzeug

16.01.2008 Frage von Siegfried Lemke

Wie stehen Sie zu den Plänen des Flughafens Hannover, der nach dem jüngst von der Landesregierung genehmigten Landesraumordnungsprogramm die Anzahl der Nachtflüge um 75% steigern darf, obwohl die Nachtruhe schon jetzt empfindlich gestört ist?

18.01.2008 Antwort von Emil Brockstedt (CDU)

Für Isernhagen, Langenhagen und zum Teil auch für Burgwedel ist der Lärmzuwachs durch den Flughafen ein großes Problem. Das Landesraumordnungsprogramm soll helfen die Bürger zu schützen, indem in bestimmten Bereichen keine Bebauung mehr stattfinden darf. Jedoch gilt es dafür Sorge zu tragen, dass die betroffenen Anwohner vor steigendem Lärmzuwachs geschützt werden.

Was ist also zu tun? Der Kontakt zum Flughafen muss weiter gepflegt werden, damit durch Gespräche eine zumutbare Belastung durch entsprechende bauliche Maßnahmen im Inneren der Gebäude erreicht werden kann. Höhere Start- und Landegebühren müssen ebenfalls diskutiert werden. Ein Routenmangement könnte helfen die Belastung zu verteilen.

20.01.08 Antwort von Michael Horn (Grüne):

Mit Grüner Regierungsbeteiligung würde es keine Zunahme der Nachtflüge geben. Entgegen den Plänen des Flughafens streben wir eine deutliche Verringerung der Nachtflüge an. 70% der derzeitigen Nachtflüge dienen Urlaubs- und Geschäftsreisen. Durch eine verbesserte Flugplanung ließen sich viele dieser Nachtflüge auch während der Tageszeit von 6 bis 22 Uhr abwickeln. Denn der Schutz der Gesundheit der Flughafenanwohner ist ein höheres Gut als der Profit der Fluggesellschaften.

Verbot

Neben der gesundheitlichen Gefahr verringert der nächtliche Lärm dieWohnqualität der Anlieger und damit den Wert der Immobilien in denbetroffenen Gebieten ganz erheblich. Zudem sind die geplanten baulichenMaßnahmen des Flughafenbetreibers zum Schutz vor Lärm in jeder Hinsicht ungenügend. Auch die enorme Luftverschmutzung, die insbesondere durch startende Flugzeuge verursacht wird, ist gesundheitsgefährdend und stark klimaschädlich. Wirksamer Schutz vor gesundheitlichen und finanziellen Schäden lässt sichnur durch eine konsequente Reduzierung der Nachtflüge erreichen.Unabhängig davon muss umgehend eine wirksame Ausgleichsregelung für die Entwertung der Gebäude und die persönliche Nutzungseinschränkung derFlughafenanlieger erfolgen. Hier denke ich an eine Senkung derGrundsteuerabgaben, wie dies bereits in der Schweiz praktiziert wird.

Wie in Frankfurt muß auch in Langenhagen umgehend ein Mediationsverfahren oder "Nachbarschaftsdialog" eingerichtet werden. Hier sollten dann gemeinsam mit allen Beteiligten auf Basis eines Kooperationsvertrages Lösungsvorschläge für den Nachbarschaftskonflikt erarbeitet und umgesetzt werden.

Die Flughäfen in Deutschland stellen zur Zeit ihr altes Instrumentenlandesystem (ILS-System) auf ein neues GPS-Landesystem (GLS)um. Dies erlaubt nicht nur eine höhere Flugdichte sondern macht zukünftig auch die speziell ausgewiesenen Einflugschneisen aus flugtechnischer Sicht überflüssig. Mit der Einführung des neuen Systems ist dann mit einer Zunahme von Fluglärm auch außerhalb der Flugrouten zu rechnen (sog. Überall-Fluglärm).

Daher überzeugt der Vorschlag des Herrn Brockstedt nicht, die Belastung zukünftig durch ein Routenmanagement zu verteilen. Verteilung bedeutet Lärmzunahme auch für die Anlieger, die keinen Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen haben.

Außerdem sei mir an dieser Stelle die Frage erlaubt, warum Herr Brockstedt als gewählter Abgeordneter und Mitglied der Regierungskoalition in seinem Wahlkreis dem zunehmenden Konflikt zwischen Bürger- und Wirtschaftsinteressen bisher so wenig Bedeutung beigemessen hat. Eine kluge und vorausschauende Wirtschaftspolitik sieht anders aus. Mit freundlichen Grüßen Michael Horn

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