Regionsabgeordnete erhalten aktuelles Asbestinfo
11.06.2008 - Die Grüne Ratsfraktion aus Isernhagen hat sich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Weil sie meint, dass die Regionsabgeordneten einseitig informiert sind, haben sie diesen ihre Erkenntnisse aus der unabhängigen Informationsveranstaltung des Umweltschutzvereins nachgereicht. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: "Sicher haben Sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und auf Basis der Ihnen vorliegenden Informationen hätten wir möglicherweise ähnlich entschieden."
Sie verweisen auf die Erkenntnisse der vier anerkannten - auch von der Region für ihre Kompetenz gelobten - Fachleute. Dazu meint Fabian Peters (Sprecher für Umweltangelegenheiten der Grünen-Ratsfraktion): "Der Referent Friedrich Jaekel (ehemaliger Mitarbeiter des NLÖ und von Berufs wegen über 30 Jahre mit dem Gelände vertraut) erwähnte ein Gutachten aus dem Jahre 1985 der damaligen Landesregierung Albrecht, das von der Regionsverwaltung unterschlagen würde. Dieses Gutachten stelle anhand umfangreicher Messungen fest, das von der Fulgurit-Halde keinerlei Gesundheitsgefährdung ausgeht." Zur seinerzeit als Begründung für die Verlagerung genannten Arsenbelastung liegt der Region ebenso ein Gutachten vor, das von der Verwaltung nicht verwertet wurde.
Mit den Referenten Jaekel und Dr. Kruse zweifelt die Ratsfraktion die Kompetenz des Fachgutachters an: " 1. in Bezug auf die fachlichen Kompetenzen zur Erstellung von derartigen Asbestgutachten, 2. bezüglich des Feldversuches, der aufgrund der Jahreszeit und der Witterungsverhältnisse als unzulässig und nicht aussagekräftig zu bewerten sei 3. wegen falscher Hochrechnungen über die zu verlagernde Gefahrstoff-Menge, die Halde werde vom LBEG mit einem Volumen von 187 000 Kubikmetern angegeben, das ent- spräche 280 000 - 300 000Tonnen. Damit sei die Transportmenge um 70% höher als an- gegeben mit entsprechend erhöhten Kosten und entsprechender erhöhter Gefährdung."
Karsten Putzke führt aus: "Alle Referenten waren in dem Punkt einig, dass eine Verlagerung, d. h. ein Abtransport des Materials, nicht nur unnötig sei, sondern eine erhebliche Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung sowohl in der Umgebung von Luthe als auch auf dem Transportweg und in der Umgebung der Deponie Lahe darstelle. "
Die Fraktionsvorsitzende Christiane Müller-Koenig appelliert abschließend an die Regionsangeordneten: "Diese stark von den bisherigen Informationen abweichenden Äußerungen geben uns Anlass, uns an Sie zu wenden. Wir sind überzeugt davon, dass ihre Entscheidung auf Basis dieser zusätzlichen Informationen zwar noch um einiges schwieriger, aber wahrscheinlich auch anders ausgefallen wäre. Ich kann nur hoffen, dass Sie die Regionsverwaltung von Ihrer Seite aus noch einmal auffordern, Ihnen die Meinungen der genannten Fachleute zu der Thematik zur Verfügung zu stellen und sie zumindest zu Ihrer Information in den Fachausschüssen vortragen zu lassen." Außerdem verweist die Fraktion auf das Protokoll der Informationsveranstaltung vom 20. 5. 2008 , dass unter www.umweltschutzverein.de im Internet zu finden ist. SL s. auch im Wortlaut:











