Lehrter Grüne wiederholen Forderung nach einer Gesamtschule

30.01.2008 - ... und sehen sich durch den Vorschlag der Hämelerwalder SPD unterstützt.

Die Lehrter Grünen haben ihre Forderung erneuert, eine Gesamtschule in Lehrte zu gründen. Sie sehen sich durch den aktuellen Vorstoß der SPD in Hämelerwald unterstützt und stellen einen hohen Bedarf vor allem bei den Eltern der aktuellen Grundschulkinder fest. Die im Lehrter Anzeiger geäußerten Bedenken des Gymnasiums teilen sie nicht.

"An unseren Informationsständen im Landtagswahlkampf war dies das beherrschende Thema. Wir haben mit unserer Forderung, in der gesamten Zeit der Sekundarstufe I gemeinsam zu lernen, viel Zuspruch erhalten. Vor allem von den Grundschul-Eltern werden wir immer wieder darauf angesprochen" sagte Christian Gailus, Vorsitzender der Lehrter Grünen.

"Der Bedarf scheint uns sehr hoch zu sein. Den Eltern fehlt in der Lehrter Schullandschaft eindeutig das Angebot einer Gesamtschule" so auch Ronald Schütz, grüner Fraktionsvorsitzender im Rat. "Deshalb haben wir schon in unserem Kommunalwahlprogramm 2006 die Gründung einer Gesamtschule in Lehrte oder einem der Ortsteile vorgeschlagen."

Daher stößt die Äußerung von Dezernent Bee, solche Überlegungen stünden derzeit überhaupt nicht zur Debatte, auf Unverständnis bei den Grünen. Immerhin hätten Lehrter SPD und Grüne sich in ihrem Arbeitsprogramm nach der Kommunalwahl 2006 auf das Schaffen gesamtschulnaher Angebote verständigt.

Die Lehrter Grünen stellen sich eher eine Integrierte Gesamtschule als eine Kooperative Gesamtschule vor. In einer IGS werde das Prinzip lange gemeinsam zu lernen konsequenter umgesetzt. Zudem ergänze eine IGS das vorhandene Angebot besser, da in Sehnde bereits eine KGS in der Nähe existiere (auch wenn diese wegen ihrer Größe kaum noch Lehrter Kinder aufnehmen könne). Gailus hierzu: "Über die Form der Gesamtschule wird aber noch zu beraten sein, schließlich muss das auch im Kollegium der jeweiligen Schule konzeptionell gewollt sein."

Die Bedenken des Gymnasiums können die Lehrter Grünen nicht teilen. "Das Angebot einer Gesamtschule wird vielmehr dazu führen, dass mehr SchülerInnen eines Jahrgangs den Übergang in die gymnasiale Oberstufe schaffen werden. Denn die Durchlässigkeit ist an Gesamtschulen einfach ungleich höher als im dreigliedrigen Schulsystem", sagte Harald Gruhl, grünes Mitglied im Schulausschuss der Stadt Lehrte. Aber selbst wenn die Bedenken berechtigt wären, könne ja über eine Gesamtschule der Jahrgänge 5 bis 10 nachgedacht werden, aus der die SchülerInnen dann in die Oberstufe eines Gymnasiums wechseln könnten.

Für die Lehrter Grünen ist die Debatte nach der Landtagswahl hochaktuell. Die schwarzgelbe Landesregierung müsse nun zu ihrem Wort stehen und ihr Versprechen in die Tat umsetzen, noch in diesem Frühjahr per Schulgesetz Neugründungen von Gesamtschulen wieder zuzulassen. Auch der frisch gewählte Landtagsabgeordnete Deneke-Jöhrens habe dies auf Wahlveranstaltungen versprochen und stehe deshalb in der Pflicht.

"Auch wenn wir dem nicht vorgreifen können, müssen wir jetzt mit den Überlegungen beginnen, um möglichst zum August 2009 mit einem Gesamtschulangebot starten zu können. In anderen Kommunen sind entsprechende Initiativen längst gestartet worden," sagte Gruhl.

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