Nur für Besserverdienende: kein gutes Motto für das Lehrter Stadtfest

16.06.2006 - Stadtfest - da denken zumindest wir Grünen an ein Fest für die ganze Stadt, in der bekanntlich auch Familien mit Kindern wohnen. Denen wurde das letzte Stadtfest gründlich vermiest, denn Profitgier und Geldschneiderei haben endgültig die Oberhand gewonnen.

Da waren zum einen die horrenden Preise für Kinderattraktionen. Sie bescherten den Kindern wenige Minuten Spaß und den Betreibern hochgerechnete Stundenverdienste von 70 - 100 €. Nicht dass wir etwas gegen Geld verdienen haben und letztlich entscheiden die Eltern ja selbst, ob sie Geld für ihre quengelnden Kinder ausgeben wollen. Dennoch erzeugt diese Geschäftemacherei einen sehr schalen Nachgeschmack.

Der eigentliche Hammer lauerte aber im Hintergrund: die Stadt hat dem Kinderschutzbund ihre Hüpfburg nicht (wie all die Jahre zuvor) zur Verfügung gestellt. Da war in den vergangenen Jahren immer doll was los, vor allem bei den Kleinsten war diese Hüpfburg der Renner des Tages. Aber der Veranstalter des Bungee-Hüpfens sah darin eine zu große Konkurrenz und so ließ die Stadt Kinderschutzbund, Kinder und Eltern im Regen stehen. Anstatt kostenlosem Vergnügen für alle kosteten 2006 nun 10 Minuten Vergnügen 5 €. Das ist nur etwas für Besserverdienende. Und für die ganz kleinen war gar nichts mehr dabei, denn die durften nicht zum Bungee-Hüpfen.

Ein unsoziales Vorgehen und kein Ruhmesblatt, weder für Stadt noch für den VRL. Anstatt Kinder zu fördern und zu schützen werden sie wirtschaftlichen Einzelinteressen geopfert. Ist das die harte, unsoziale Linie, die Erich Weber glaubt von Merkel und Wulff auf Lehrte herunterbrechen zu müssen? Da passt es am Rande gut, dass ein Schausteller auch gleich einige Regeln festlegte und das Mitbringen von Getränken untersagte.

Wir können nur hoffen, dass sich Stadt und VRL bei den Kindern für entschuldigen und nächstes Mal vielleicht sogar mehr für Kinder machen als jemals zuvor. Oder sie schreiben das nächste Mal gleich drauf: "Stadtfest - nur für Besserverdienende". Das wäre hart aber wenigstens ehrlich.

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