B90 / GRÜNE für bessere und sichere Überwege an der Herzog-Erich-Allee
26.06.2008 -
Mehrere geplante Veränderungen der Bebauung in der Kernstadt haben die Grünen bewogen, das alte Thema der Verkehrssicherheit (s. Bild) für Fußgänger und Radfahrer im Bereich der Herzog-Erich-Allee einer neuen Betrachtung zu unterziehen. Mit dem Abriss des Neubauteils der Orientierungsstufe an der Herzog-Erich-Allee wird sich das Erscheinungsbild des Zentrums sichtbar ändern. Die Zufahrten zu dem geplanten Neubau der IKN sind von der Lindenstraße aus vorgesehen; es ist aber davon auszugehen, dass durch Veränderungen der Versorgungsleitungen und durch Baustellenverkehr die Herzog-Erich-Allee beeinträchtigt werden wird. Eine weitere Veränderung wird die Schließung der Goetheschule sein; die Grundschüler der Stadt werden neu auf die verbleibenden drei Grundschulen aufgeteilt, neue Schulwege müssen ermittelt und gesichert werden. Schon jetzt aber stellt die Herzog-Erich-Allee für Radfahrer und Fußgänger ein starkes Gefährdungspotential dar. Radfahrer passen kaum mit den PKW zusammen auf die Straße, sie können zwar die Fußwege benutzen, dann wird es für Fußgänger aber zu eng. Als Überwege sind die Querungen an der Lindenstraße und Leinstraße vorgesehen. Fußgänger und Radfahrer verhalten sich jedoch genau wie die Autofahrer, sie wählen die kürzesten Wege. So wird auch die Herzog-Erich- Allee auf dem langen Stück zwischen den Ampelkreuzungen ständig von Fußgängern und Fahrradfahrern überquert. Besonders beliebt ist hierbei die Einmündung der Straße "An der Liebfrauenkirche". Hier befindet sich praktisch eine "Achse der Unmotorisierten" von der Mittelstraße über Marktplatz und Amtsgerichtsparkplatz bis hin zum Wohngebiet Silbernkamp. Zusätzlich wird die Straße durch die Nutzer des Busverkehrs überquert, die Haltestelle befindet sich genau vor dem Amtsgerichtsparkplatz. An dieser Stelle war bereits vor Jahren eine Verkehrsinsel in der Mitte der Straße in der Diskussion gewesen. Statt für eine fußgängerfreundliche Querung zu votieren hatte man sich lieber für eine Abbiegespur in die Altstadt entschieden. Eine Beobachtung des Verkehrs ergibt: Straßenüberquerungen gibt es hier zuhauf, KFZ-Abbieger kaum. Zeit, sich erneut über eine Verkehrsinsel und Zebrastreifen in diesem Bereich abermals Gedanken zu machen.
...auf Verkehrsberuhigung setzen?
Als die Herzog-Erich-Allee in den 1970ern gebaut wurde um die Marktstraße autofrei zu machen, da war das folgende Ausmaß der Verkehrsbelastung sicher nicht vorstellbar gewesen. 18.000 PKW täglich sind es jetzt, vielleicht Tendenz steigend, "ob ja" hängt sicher auch von der Entwicklung der Benzinpreise ab. Kein Wunder, dass der Verkehr hier sehr häufig zum Stehen kommt. Die Frage einer generellen Verkehrsberuhigung tut sich da auf. Das könnte zum Beispiel in der Form des Modells "Shared Space" stattfinden. Dabei sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt, Verkehrsschilder gibt es da nicht mehr, jeder muss auf den anderen Rücksicht nehmen und genau darauf achten, wie er sich verhält. Der Verkehr regelt sich sozusagen durch Augenkontakt. Dieses Modell wurde in Bohmte, einem Ort in der Nähe von Osnabrück erprobt. Von der EU gab es dazu Zuschüsse in Millionenhöhe. Dass dabei alle Verkehrsteilnehmer neue Verhaltensweisen erlernen müssen und dabei der Verkehr vielleicht noch mehr zum Stehen kommt, ist wahrscheinlich. Aber es gilt immer Prioritäten zu setzen, was will man, ungestört fließenden PKW-Verkehr oder eine verkehrsgerechte Stadt für alle Teilnehmer. Der stockende Verkehr scheint dabei der Albtraum des Verkehrsplaners zu sein. Aber...gut fließender Verkehr zieht unweigerlich mehr Verkehr nach sich. Wir haben es beim Umbau der Löwenbrücke gesehen. Vor dem Umbau wurde das Chaos für die Stadt prognostiziert, bei der folgenden monatelangen Sperrung der Brücke passierte gar nichts, kein Chaos und keine Gewinneinbrüche der Geschäftsleute. Eine Verkehrsverzögerung auf der Herzog-Erich-Allee wäre also bestens geeignet, den Verkehr in andere Richtungen zu lenken.
Überweg jetzt einplanen...
Das Modell "Shared Space" ist sicher auch für Neustadt ein interessantes Modell. Notwendindig ist es jedoch nicht. Was aber gemacht werden muss, das sind deutliche Maßnahmen für die konkrete Verkehrssicherheit. Die GRÜNEN propagieren dafür einen Fußgängerüberweg mit Insel auf der Achse Amtsgerichtsparkplatz und An der Liebfrauenkirche. Den Bedürfnissen der Fußgänger- und Fahrradströme würde damit eindeutig Rechnung getragen. Die halsbrecherischen Straßenüberquerungen würden der Vergangenheit angehören.











