GRÜNE für mittelfristige Schließung der Goethe-Schule

21.06.2008 -

Die demographische Zeitbombe tickt besonders in Deutschland, der Anteil der Senioren nimmt rasant zu, derjenige der Jungen schwindet dahin. Die Schülerzahlen sinken; das zeigt sich an den weiterführenden Schulen erst allmählich, bei den Grundschulen steht der zahlenmäßige Einbruch kurz bevor. Unter dieser Prämisse ist die Beurteilung des Erhalts der Goethe-Schule konkret zu betrachten.

Vielerlei Interessen stoßen aufeinander. Verständlich, dass die Lehrer der Goethe-Schule und die Schülereltern des Einzugsbereichs den Schulstandort erhalten wollen. Verständlich auch, dass die Suttorfer ihre Kinder lieber nach Otternhagen in die Grundschule schicken wollen.

Die sinkenden Schülerzahlen führen zu einem Überangebot an Schulräumlichkeiten. Der Abzug von Schülern tut sein Übriges und auch die Schließung der Außenstellen des Gymnasiums in der Hans-Böckler-Schule nach Fertigstellung der Erweiterungsbauten an Gymnasium und Leine-Schule.

Die Grundschulen der Kernstadt werden nach diesem Schrumpfungsprozess nicht mehr ausgelastet sein. Die Folge: Das Land wird die Zahl der Lehrkräfte reduzieren, da sich deren Einsatz durch die Klassengröße und der zur Verfügung stehenden Finanzmittel bestimmt. Nichtausgelastete Schulen und Eingriffe der Landesregierung würden möglicherweise eine Kostenlawine bei der Stadt hervorrufen.

Die Arbeitsgruppe Schulentwicklung hat die Empfehlung ausgesprochen, die Goethe-Schule zu schließen. Die GRÜNEN unterstützen diese Forderung. Von allen vier Grundschulen hat die Goethe-Schule den höchsten Investitionsbedarf. Und - die Kosten einer Instandsetzung sind in keiner Weise abzuschätzen, von einer fehlenden und eigentlich nötigen Turnhalle ganz abgesehen. Schließung der Goethe-Schule muss nicht Abriss bedeuten; eine Weiterverwendung der Immobilie oder des Geländes ist später zu klären. Eine Verwendung für verschiedenste Einrichtungen der Gemeinde wären denkbar.

Mit der Schließung der Goethe-Schule könnte in der anstehenden Diskussion um den Erhalt der "Dorfschulen" befreiter diskutiert werden. Den bisherigen Standorten könnte nicht mehr wie bisher mit dem Verweis auf genügend Raumkapazität in der Kernstadt die Schließung nahegelegt werden. Im Gegenteil, dort kann eine sachbezogene Diskussion über den Verbleib der Kinder in den dörflichen Strukturen beginnen. Kooperationen, jahrgangsübergreifende Klassen und entsprechende Lehr- und Lernkonzepte können Gegenstand solcher Diskussionen sein.

Die Schließung der Goethe-Schule würde einen völlig neuen Zuschnitt der Einzugsbereiche der Schüler für die drei übrigen Grundschulen nötig machen. Hier ist ein Neukonzept auf Basis eines grundsätzlichen Ratsbeschlusses abzuwarten. Eine besondere Bedeutung werden hier die Schulwege und deren Sicherung bekommen.

Sinnvoll wäre es, die Wohnbereiche der Schüler aus dem bisherigen Einzugsgebiet der Goethe-Schule auf verschiedene andere Schulen aufzuteilen. Die GRÜNEN halten es nicht für sinnvoll, einen Schulstandort zu verteidigen, den ein hoher Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund mit all seinen schulischen Problemen besucht. Ein Neuzuschnitt der Einzugsgebiete böte die Möglichkeit, Kinder aus bildungspolitisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Schulklassen mit anderen Kindern zu fördern.

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