Gutes Biogas contra Schlechtes Biogas

08.10.2008 - Sinnvolle und Sinnlose Biogasanlagen

Biogasanlage im Neustädter Land

Wieviel Biogas ist gut für Schneeren?

Es gibt einen Interessenkonflikt in unserem Dorf über die Erweiterung und den Neubau von Biogasanlagen. Die Politik soll entscheiden. Energie ist wegen knapper Ölvorräte teuer geworden und unser Leben hängt maßgeblich davon ab. 6 Tonnen Kohle, Öl oder Gas werden pro Person und Jahr in Deutschland verbrannt und setzen 12 Tonnen Kohlenstoffdioxid frei. In einem Menschen- leben sind dies 1000 Tonnen. Der Kohlenstoff-dioxidgehalt der Erdatmosphäre steigt stark an und wird unser Klima drastisch verändern. All dies macht eine langfristige Energiewende erfor- derlich. Welchen Anteil an der Energieerzeugung der Zukunft wird Biogas haben? Biogas kann 1. aus Reststoffen oder 2. aus Ackerfrüchten hergestellt werden. Die Veredelung von Reststoffen zu Biogas ist eine zukunftssichere Sache, wenn die Hygiene gewährleistet ist. Die Schneerener Anlagen sind aber vom 2. Typ. Sie haben den Vorteil einer geringen Geruchsbe-lästigung der Umgebung, konkurrieren aber mit der Nahrungsmittelproduktion. Weltweit werden Ener- giepflanzen bereits in großem Stil eingesetzt. (in den USA 20% der Anbaufläche für Biosprit ) Die Folgen einer solchen Konkurrenz zeigen sich schon. Der weltweite Boom der Nutzung der Ackerfrüchte zur Erzeugung von Treibstoffen und Energie hat zur massiven Verteuerung der Nah- rungsmittel geführt, unter der die Ärmsten der Welt schon jetzt leiden. Dies wird sich ange- sichts weiter steigender Weltbevölkerung nicht bessern. Dieser Konflikt wird möglicherweise die Existenzberechtigung der Biogasanlagen vom Typ 2 langfristig in Frage stellen. Eine Umnutzung der ortsnahen Anlage vom Typ 2 in 1 kommt wegen der Geruchsbelästigung nicht in Frage. Die Kernfrage, ob Biogas-Anlagen die Treibhausgase tatsächlich mindern können, kann kaum sicher beantwortet werden. Eine Leckrate von 5% reicht aus, die Einsparung an Kohlenstoffdioxid durch das über 20mal schäd-lichere Methan zu übertreffen. Dies ist bei den komplexen Prozessen im Boden, im Silo und in der Anlage über Jahre kaum zu bestimmen. Das Poten- tial der Energiepflanzen an der Energieversorgung der Zukunft wird meist überschätzt. Energiespeicher vorausgesetzt, können Wind und Sonne noch in diesem Jahrhundert 100% der Energieversorgung (Strom, Wärme und Verkehr) leisten, wenn wir die Chance nutzen. Dem gegen- über kann auf 20% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland mit Energiepflanzen lediglich 2,5% des Stroms erzeugt werden. Die Grünen lehnen daher die Erweiterung der bestehenden Biogas-Anlage und den Neubau einer weiteren Anlage ab.

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