Keine Bohrungen nach schmutzigem Erdgas in Trinkwasserschutzgebieten!

08.08.2011 - Die Grünen im Landtag und in der Region Hannover haben die Pläne der Firma Exxon Mobil, in einem Trinkwassergewinnungsgebiet der Region Hannover Probebohrungen nach sogenanntem unkonventionellem Erdgas durchzuführen scharf kritisiert.

Anne Dalig

"Es ist nicht akzeptabel, wenn die niedersächsische Landesregierung ständig behauptet, sie habe keine rechtlichen Möglichkeiten, die Aufsuchung von schmutzigem Erdgas zu verhindern", sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel am Montag (heute) in Hannover. Andere Landesregierungen hätten längst gehandelt.  Überfällig sei die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung vor Beginn jeder Bohrtätigkeit. In Trinkwasserschutzgebieten verbiete sich das Einbringen von Chemikalien in tiefere Erdschichten jedoch ohnehin. Ausgerechnet in einem Trinkwasserschutzgebiet auf Umweltverträglichkeitsprüfungen zu verzichten sei jedenfalls grob fahrlässig. 

Der Grünen-Politiker verwies auf eine Stellungnahme des Umweltbundesamtes aus der letzten Woche, nach der auch diese Institution empfehle, dass zum Schutz des Grundwassers in Trinkwassergewinnungsgebieten auf das Aufsuchen und die Gewinnung von unkonventionellem Erdgas verzichtet werden solle.

Auch wegen der komplexen wasserwirtschaftlichen Probleme, die sich bei Eingriffen in den tiefen Untergrund stellten, sei zudem ein Fachwissen erforderlich, das in Niedersachsen offensichtlich auch bei den Landesbergbehörden nicht vorhanden sei. "Deshalb müssen bei allen Bohrungen nach Erdöl oder Erdgas die Wasserbehörden beteiligt werden", forderte Wenzel. Einmal mehr zeige sich, dass die Umweltverwaltung des Landes nach der Auflösung des Landesumweltamtes und durch den Abbau von Fachpersonal in den staatlichen Behörden nicht mehr in der Lage sei, die notwenigen Aufgaben zum Schutz der Menschen und der Umwelt wahrzunehmen.

“Die Menschen vor Ort sorgen sich um die hohe Qualität ihres Trinkwassers”, betont Anne Dalig, Grüne Kandidatin für die Regionsversammlung im Wahlbereich Neustadt/Wunstorf. “Die Gefahren des Bohrverfahrens sind nicht ausreichend bekannt. Das Risiko einer Verunreinigung des Grundwassers darf auf keinen Fall in Kauf genommen werden.”

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