Grundschulen brauchen mehr Platz

17.04.2011 - In Hannover werden zunehmend offene Ganztagsschulen gegründet.

Weil auch bei uns im Stadtbezirk der Bedarf an ganztätiger Schulbetreuung zunimmt und nicht zuletzt wegen der Anpassung des deutschen Bildungssystems an internationale Standards, haben sich auch Grundschulen in unserem Stadtbezirk für dieses Konzept entschieden. Der Projektarbeit wird eine große Bedeutung zugeschrieben, da Kinder auch im Grundschulalter am besten lernen, wenn sie selbst aktiv sein können, Ideen entwickeln können und mit allen Sinnen die Dinge des Lebens wahrnehmen.
Desweiteren umfasst dieses Konzept nach dem regulären Unterricht am Vormittag eine Mittagsmahlzeit, eine Schulbetreuungsmaßnahme (Hort),Sport-und Spielgruppen und andere Angebote, die Kinder bis ca. 18 Uhr wahrnehmen können. Dieses offene Nachmittagsangebot ist freiwillig und wird von pädagogischen Kräften, Honorarkräften von Sportvereinen und Arbeitsgruppen angeboten. Hinzu kommt die Sachlage, dass zunehmend immer mehr Kinder zusätzliche Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache und anderer Unterrichtsinhalte benötigen. Dieser Förderunterricht und eine pädagogische Unterrichtsbegleitung beanspruchen ebenso zusätzlichen Raum. Wir Grünen setzen uns schon seit langem für die Errichtung von Ganztagsschulen ein, jedoch ist das bisherige Konzept nicht fundiert genug und strukturell gesichert. Deshalb fordern wir für einen professionellen Ganztagsbetrieb, ein ausreichendes finanzielles Budget, qualifizierte, fest angestellte Fachkräfte, die als verlässliche Ansprechpartner den Kindern Sicherheit bieten und lernfördernde Räumlichkeiten.
Mit all diesen pädagogischen Entwicklungen steigt dementsprechend der Raumbedarf und diese Situation wird seit geraumer Zeit in den beiden Grundschulen Heinrich-Wilhelm-Kopf und Kardinal-Bertram-Schule, die sich bekanntlich ein Schulgebäude teilen, besonders deutlich. Die Suche nach Lösungen gestaltet sich relativ problematisch, da alle Beteiligten möglichst viel Selbständigkeit und Freiraum behalten wollen. Nachdem ein Umzug der KBS zur Loccumerschule aus finanziellen Gründen seitens der Schulverwaltung abgelehnt wurde, wurde der Vorschlag gemacht, zwei mobile Unterrichtsräume an das Gebäude zu stellen, im Volksmund „Container“ genannt. Diese mobilen Klassenzimmer sind für die Stadt finanzierbar und mittlerweile technisch und architektonisch gut ausgestattet und bieten genügend Ausweichraum für Unterricht, Kleingruppenarbeit oder Arbeitsgruppen. Wir Grünen im Bezirksrat haben diesem Kompromiss nach einigen Diskussionen zugestimmt und erhoffen uns damit eine kurzfristige Entspannung der Lage. Trotz dieses Angebotes scheint jedoch die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation seitens der beiden Schulleitungen und der Eltern nicht versöhnlicher zu werden. Zwischen den Erwartungen, Wünschen und Interessen beider Schulen scheinen sich Unstimmigkeiten zu vertiefen, die vermutlich nur durch die Bereitschaft zu Kompromissen und wohlwollender Zusammenarbeit zu überwinden sind. Umso erfreulicher erlebten wir in der letzten Bezirksratssitzung die Äußerung eine Mutter der KBS, die sich bereit erklärte, sich lösungsorientiert zu einem wohlwollenden Austausch mit den Elternvertretern der HWS zu treffen. Wir von Bündnis 90 / Die Grünen begrüßen dieses Entgegenkommen und wünschen uns, dass durch weitere Gespräche ein Miteinander zwischen allen Beteiligten gelingt, die die aktuelle Spannung abbaut und unseren Kindern eine angenehme Lernatmosphäre bietet.

Eva-Maria Hartmann
Bündnis 90 / Die Grünen

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