BUND-Gutachten: Ihme-Abgrabungen fragwürdig

14.06.2010 - In seiner kürzlich vorgelegten Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren zu den Abgrabungen am Ihme-Ufer weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland auf entscheidende Mängel hin: Der Hochwasserschutz muss neu geplant werden.

Ein Opfer der Kettensägen?

Vordringlich kritisiert der BUND, dass die Stadt Hannover mit den Ihme-Abgrabungen alles auf eine Karte setzt. Wobei auf Grund einiger Ungereimtheiten in der hydraulischen Planung keineswegs sicher gestellt ist, dass der verbesserte Abfluss eines Jahrhunderthochwassers auch in ausreichendem Umfang erreicht wird. Dringend notwendig und wesentlich sinnvoller wären aber koordinierte Maßnahmen zusammen mit denn Oberliegergemeinden Hemmingen, Laatzen und Sarstedt. Das hat die Stadt aber offenbar bisher versäumt.

Empfindliche Lücken sieht der BUND auch in der vorgelegten Umweltverträglichkeitsstudie und der Landschaftspflegerischen Begleitplanung. Der schützenswerte Bestand wurde nicht vollständig erfasst, bei den Ausgleichspflanzungen fehlen mindestens 1900, eher aber rund 9300 Bäume, um wenigstens den geringsten fachlichen Standard zu erfüllen.

Die Expertise des BUND dokumentiert nicht nur die enorme Bedeutung dieses Grünzuges am Ihme-Ufer für Mensch und Natur. Die Stellungnahme zeigt auch Wege auf, wie ein Totalverlust vermieden werden kann, und welche Schritte jetzt erforderlich sind.

"Wir sehen unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt", so der Sprecher der Grünen Linden-Limmer, Jörg Schimke. "Da jetzt auch noch berechtigte Zweifel an der Wirksamkeit des geplanten Kahlschlages aufkommen, sollte der Hochwasserschutz dringend neu überdacht werden. Großräumig und endlich auch mit allen Beteiligten an einem Tisch."

Informationsseite des BUND

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