GRÜNE fordern wirksame Maßnahmen gegen gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung in Linden

17.02.2005 - Untätigkeit der Landesregierung macht zeitweise Sperrung der Göttinger Straße unausweichlich

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer, Reinhard Tydecks, hat der Landesregierung vorgeworfen, gegen die gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung untätig geblieben zu sein. Der Stadtteil Linden sei von dieser Luftbelastung in besonderem Maße betroffen ist. "Bereits vor acht Jahren hat die EU neue Grenzwerte für die Luftbelastung beschlossen, aber erst jetzt, nachdem diese Grenzwerte am 1. Januar 2005 bereits in Kraft getreten sind, hat die Landesregierung einen Entwurf für einen Luftreinhalte- und Aktionsplan Hannover vorgelegt. Und auch dieser viel zu spät vorgelegte Plan reicht bei weitem nicht aus, die viel zu hohe Luftbelastung in Hannover-Linden ausreichend zu verringern," kritisierte Tydecks.

Der Feinstaub, der vor allem von Dieselmotoren ausgestoßen werde, stelle heute vermutlich das größte Luftverschmutzungsproblem dar, erläuterte Tydecks. Die mikroskopisch kleinen Staubpartikel würden durch die Lungenbläschen ins Blut und von dort in die inneren Organe der Menschen eindringen und dort Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenkrebs verursachen. Nach den Berechnungen von Wissenschaftlern würden in Deutschland doppelt so viele Menschen an den Folgen der Ruß-Abgase sterben wie durch Verkehrsunfälle.

"Linden gehört zu den höchstbelasteten Gebieten in Hannover und in Niedersachsen," so Tydecks. "Ein breiter Streifen entlang des Westschnellweges und der Göttinger Straße bis weit in die Wohngebiete hinein ist übermäßig mit Verkehrsabgasen belastet." Die neuen Grenzwerte der EU seien hier in den vergangenen Jahren regelmäßig überschritten worden.

"Um die Gesundheit der Menschen in Linden zu schützen, muss dringend gehandelt werden," forderte Tydecks. Es sei notwendig, den stark angewachsenen Lkw-Verkehr einzudämmen. Das Land sei in der Pflicht, intelligente Logistikkonzepte zu entwickeln, mit denen der Gütertransport verringert und auf umweltverträglichere Verkehrsträger verlagert werde. Der Lkw-Durchgangsverkehr müsse aus den Wohngebieten herausgehalten werden. "Es geht nicht an, dass in der Göttinger Straße Tag und Nacht Kolonnen von Lkws durch ein Wohngebiet rattern", so Tydecks. Zudem müssten die Dieselmotoren unverzüglich auch nachträglich mit wirksamen Rußfiltern ausgestattet werden.

Tydecks prophezeite, dass nun, nachdem die Landesregierung jahrelang untätig geblieben sei, auch in Hannover drastische Maßnahmen wie zeitweise Straßensperrungen, die jetzt schon in italienischen Städten zu erleben seien, in der Göttinger Straße und möglicherweise auch in der Fössestraße unausweichlich seien. Jeder Anwohner und jede Anwohnerin könne diese Sperrung auf dem Klagewege erzwingen, wenn auf andere Weise die Überschreitung der Luftbelastungsgrenzwerte nicht mehr zu vermeiden sei.

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