Ja zum Leinebadestrand

30.07.2006 - Presseinformation der Bezirksratsfraktion Linden-Limmer

GRÜNE für Erhalt der Leinebadestelle - Wasserskistrecke geringfügig flussaufwärts verlagern

Für den Erhalt der Leinebadestelle an der Schwanenburgbrücke hat sich der Vorsitzende der Grünen-Bezirksratsfraktion Linden-Limmer, Reinhard Tydecks eingesetzt. "Seit dem Leinebadetag hat sich ein unerwartet großes Bedürfnis der Lindenerinnen und Lindener gezeigt, sich an der Leine zu sonnen und im Fluss zu baden. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden, die sowohl den Bedürfnissen der Badelustigen als auch des Wasserski-Vereins gerecht wird," so Tydecks.

Eine denkbare Lösung sei, die Wasserskistrecke um etwa 100 Meter flussaufwärts zu verlagern. Derzeit erstreckt sich die Wasserskistrecke von der Badestelle an knapp einen Kilometer flussaufwärts bis zur Höhe der Leinaustraße. Sie könne um etwa 100 m verlagert werden bis zur Einmündung der Ihme.

Falls weder eine Verlagerung noch eine geringfügige Verkürzung der Wasserskistrecke möglich sei, sei es - als allerdings weniger gute Lösung - möglich, die Leine an der Badestelle durch Bojen in eine Bade- und eine Wasserskifläche zu unterteilen. Der Fluss ist an dieser Stelle ca. 80 m breit. Wenn hiervon 40 bis 50 m für die Badestelle abteteilt würden, könnten die Wasserskier immer noch diese Stelle passieren und dann südlich der Brücke wenden.

Tydecks verwies in diesem Zusammenhang auf den Antrag "’Stadt im Grünen - Stadt am Wasser’ - Nutzungs- und Pflegekonzept für die Grünflächen in Linden-Limmer", den der Bezirksrat am 12. Juli schon vor dem Leinebadetag auf Initiative der Grünen beschlossen hatte. Mit diesem Antrag hatte der Bezirksrat nicht nur gefordert, die Uferbereiche von Leine und Ihme so zu pflegen, dass der Fluss von den Uferwegen aus wieder besser erlebbar wird, sondern auch Initiativen zur Anlage von Flusstränden zu unterstützen.
(Antrag s. u.)
rt

Interfraktioneller Änderungsantrag zum Antrag von Bündnis 90/Die Grünen: "Stadt im Grünen - Stadt am Wasser" - Nutzungs- und Pflegekonzept für die Grünflächen in Linden-Limmer

Der Bezirksrat möge beschließen:
Die Grünflächen in Linden-Limmer und die Lage am Fluss haben eine hohe Bedeutung für die Wohnqualität des Stadtbezirks. Der Bezirksrat fordert die Verwaltung der Stadt Hannover auf, ein Nutzungs- und Pflegekonzept für die Grünflächen in Linden-Limmer zu entwickeln, mit dem die vorhandenen Potentiale wesentlich besser genutzt werden.

  1. Die großen Grünflächen in Linden-Limmer werden so hergerichtet und gepflegt, dass eine vielfältige Nutzung möglich ist (Wandern, Laufen, Kinder- und Ballspiele, Liegen, Grillen etc.).
  2. Das gilt insbesondere für die großen Grünflächen (von-Alten-Garten, Grünfläche entlang der Fössestraße, Grünflächen an den Uferwegen entlang der Ihme und der Leine, Grünfläche zwischen Stärkestraße und FAUST, Pfarrlandplatz und Brackebuschgarten, Grünflächen entlang des Westschnellweges in Linden-Nord und am Fösseweg in Limmer, Grünfläche zwischen Fösse und Leine, Grünfläche an der Haltestelle Limmer Schleuse, Grünflächen entlang des Stichkanals Linden). Die Mittel für Pflege der Grünflächen werden deshalb nicht weiter gekürzt, sondern im erforderlichen Maße wieder aufgestockt.
  3. Es werden Nutzungskonzepte für die einzelnen Grünflächen entwickelt, an denen sich die Pflegekonzepte orientieren.
  4. An der Entwicklung der Nutzungskonzepte werden mögliche Nutzergruppen sowie die Anwohnerinnen und Anwohner beteiligt, um Nutzungskonflikte nach Möglichkeit zu vermeiden.
    Insbesondere wird das Projekt "Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Stadtteilgestaltung Limmer" an der Entwicklung von Nutzungskonzepten für die Grünflächen in Limmer beteiligt.
    Die Verwaltung prüft, inwieweit der Hundeauslauf in den Grünflächen eingeschränkt werden kann.
    Künftig soll einer der städtischen Parkranger ausschließlich für den Stadtbezirk Linden-Limmer zuständig sein, um die Einhaltung der Nutzungskonzepte zu gewährleisten.
  5. Die Verwaltung erarbeitet einen Maßnahmenkatalog, der die Möglichkeit der Einrichtungen von Patenschaften durch Privatpersonen sowie Vereinen, Initiativen und Schulen für Grünflächen bzw. Teile der Grünflächen regelt.
  6. Das Buschwerk im Uferbereich von Leine und Leineabstiegskanal wird behutsam so ausgelichtet, dass der Fluss und der Kanal von den Uferwegen aus wieder besser erlebbar sind.
  7. Private Initiativen zur Anlage von Stadtstränden werden unterstützt.
  8. Die Stadt setzt sich nachdrücklich dafür ein, dass am Westschnellweg Lärmschutzwände errichtet werden, damit die anliegenden Grünflächen (von-Alten-Garten, Wachsbleiche, Fösseweg) wieder ohne unerträgliche Lärmbelästigung nutzbar sind.

Begründung aus dem zugrunde liegenden Ursprungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen:

Die Grünflächen und Parkanlagen in Hannover haben eine hohe Bedeutung die Wohnqualität. In der Repräsentativerhebung 2005 des Fachbereichs Planen und Stadtentwicklung wurden Grün- und Erholungsfllächen in erreichbarer Nähe an erster Stelle als Vorteil des eigenen Stadtteils genannt.

In Linden-Limmer als einem dichtbebauten Stadtbezirk, in dem die Mehrzahl der Wohnungen keinen eigenen Garten haben, ist der Bedarf an öffentlichen Grün- und Erholungsflächen besonders groß. Obwohl der Stadtbezirk Linden-Limmer von Grünflächen und Fluß- bzw. Kanalufern umgeben ist, ist hier die Zufriedenheit der BewohnerInnen mit ihren Grünflächen jedoch deutlich unterdurchschnittlich. Das ist allerdings nicht verwunderlich, da hier die Grünflächen erkennbar weniger gepflegt werden als z.B. im Innenstadtbereich. Die Potentiale wichtiger Grünflächen in Linden-Limmer werden nicht optimal genutzt.

So wird z.B. die Wiese zwischen Fösse und Leine in Limmer so selten gemäht, dass sie kaum noch als Liegewiese und schon gar nicht als zum Ballspielen genutzt werden kann.

Während das ehemalige Contigelände mit großem Aufwand als "Wasserstadt" vermarktet wird, sind die Leine und der Leineabstiegskanal in Linden und Limmer kaum noch erlebbar. Die Uferbereiche in Linden-Nord und in Limmer sind so stark mit Buschwerk zugewuchert, dass das Wasser von den Uferwegen aus kaum noch zu sehen ist. Die Wiesen am Ihmeufer in Linden-Süd, die vor Jahren noch als Liegewiesen genutzt wurden, sind jetzt große Teile des Jahres so sehr mit Brennesseln und anderen Pflanzen überwuchert, dass sie nicht mehr betreten werden können. Die starke Nutzung des Stadtstrandes auf der Fährmannshalbinsel und des durch eine Überschwemmung entstandenen kleinen Strandes an der Leine in Höhe des Köthnerholzweges machen jedoch das große Bedürfnis nach intensiverer Nutzung der Uferbereiche deutlich.

Die Grünflächen entlang des Westschnellweges sind so stark mit Lärm und mit Abgasen belastet, dass sie kaum nutzbar sind.

Grünzüge, die die Wohnbebauung auflockern (v.a. der Grünzug entlang der Fössestraße und der Kohlenbahn und der Grünzug Pfarrlandplatz-Brackebuschgarten) sind durch unzureichende Gestaltung und Pflege unattraktiv.

Große Bedeutung haben geeignete Grün- und Freiflächen insbesondere auch für Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in der Stadt. Dies ist z.B. auch bei der Zukunftskonferenz zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Stadtteilgestaltung Limmer deutlich geworden. Beteiligungsprojekte für Kinder und Jugendlichen sollen deshalb bei der Entwicklung von neuen Nutzungskonzepten für die Grünflächen einbezogen werden.

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