GRÜNE treten aus Förderverein Südstadtbücherei aus

10.07.2008 - Stellvertretende Vorsitzende Walther-Opitz tritt zurück

Carola Walther-Opitz (stellv. Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bezirksrat Südstadt-Bult) ist als stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Südstadtbücherei zurückgetreten. Zusammen mit dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister Ekkehard Meese und der früheren Ratsfrau Eleni Mourmouri kündigte sie zudem ihre Vereinsmitgliedschaft. Walther-Opitz sagte: "Die Vereinsarbeit litt schon seit Längerem unter massiven Kommunikationsdefiziten innerhalb des Vorstands. Ich habe mich im Verein ausgegrenzt gefühlt und keine Möglichkeit einer weiteren sinnvollen Zusammenarbeit mehr gesehen." Die grünen Mitglieder zeigten sich verstimmt, weil wichtige Informationen über Termine und gemeinsame Planungen im Verein nur noch selektiv und ausgrenzend vorgenommen wurden.

Der Grund für ihre Ausgrenzung, sagte Walther-Opitz, liege "vermutlich" in den Differenzen der Planungen eines Stadtteilzentrums für Südstadt-Bult. Der Vereinsvorstand sei "unabweichlich festgelegt" auf das Gebäude der ehemaligen Sehbehindertenschule an der Schlägerstraße. Dazu kämen alte Konflikte bezüglich der geplanten Schließung der Stadtteilbibliothek Südstadt. "Obwohl die Kinder- und Jugendbibliothek in ihrem Bestand überhaupt nicht in Frage gestellt ist und die Schließung des Bibliotheksteils für Erwachsene zwingend dem städtischen Haushaltskonsolidierungskonzept geschuldet ist, besteht im Verein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber mir als Bezirksratsfrau", sagte die Kultur-Politikerin. Sie bedauere, dass die am Runden Tisch stattgefundene Erarbeitung eines Konzepts für ein Stadtteilzentrum hinsichtlich des Standortaspekts von zentralen Vereinsmitgliedern nicht mitgetragen werde.

Bereits vor ca. 4 Jahren scheiterte die Kandidatur von Eleni Mourmouri als Nachfolgerin von Ekkehard Meese als stellvertretende Vorsitzende, da die damalige und heutige Vorsitzende abweichende Meinungen in der Vereinsarbeit missbilligte. Ekkehard Meese als einer der Vereinsgründer erinnerte daran, dass die Stärke des Vereins seinerzeit die Pluralität an politischen Ausrichtungen ausmachte. Diese Pluralität ist jetzt durch bewusste Ausgrenzung nicht linientreuer Personen aufgegeben worden. So seien die Gespräche mit MERAVIS bewusst an der stellvertretenden Vorsitzenden Carola Walther-Opitz vorbei geführt worden. Auch das zuletzt von der Kulturverwaltung gesuchte Gespräch mit dem Vereinsvorstand wegen der Räumlichkeiten in der Athanasiuskirchengemeinde sei erneut von der Vereinsvorsitzenden Gabriele Schröter ohne Beteiligung, Wissen und Absprache mit der Stellvertreterin geführt worden.

An einer Pseudo-Vereinsdemokratie, die selbst im Vorstand auf Ausgrenzung kritischer Gedanken in kulturpolitischen Fragen beruhe und einen unbedingten Gehorsam verlange, werde man sich nicht beteiligen, so die drei ausgetretenen grünen Mitglieder.

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