Zu hohe Feinstaubbelastung in Südstadt-Bult

02.06.2005 -

Der erwartete Überschreitungsbereich der Grenzwerte für Feinstaub erstreckt sich - bezogen auf unseren Stadtbezirk - auf ein Gebiet, das in etwa begrenzt wird durch Aegidientorplatz - Marienstraße - Hans-Böckler-Allee - Freundallee - Bischofsholer Damm - Sall- in Höhe Stolzestraße - Hildesheimer Straße. Sämtliche Straßen, die innerhalb dieses Bereiches liegen, sind stark belastet.

Alle diese Feinstaubpartikel sind winzig: Die größten erreichen Durchmesser von über 200 Mikrometern, was etwa der doppelten Dicke eines menschlichen Haares entspricht. Die feinsten sind zwanzigtausend Mal kleiner ? 0,01 Mikrometer. Bei einer Größe ab 10 Mikrometern werden die Teilchen (PM10 = Particulate Matter mit 10 Mikrometern Durchmesser) mit der Atemluft eingeatmet; unter 2,5 Mikrometern (PM2,5) dringen sie als lungengängiger Feinstaub tief in das menschliche Atmungsorgan ein. Die ultrafeinen Partikel (kleiner als 0,1 Mikrometer) können über die Lungenbläschen und das Blut bis in die Organe gelangen.

Seit einigen Jahren finden die lungengängigen Feinstäube (PM2,5) die besondere Aufmerksamkeit der Wissenschaftler. Diese Teilchen vor allem werden für schwere medizinische Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs verantwortlich gemacht. Sicher ist inzwischen: Je kleiner die Teilchen sind, desto größer ist der Anteil, der dem Straßenverkehr zugeordnet werden kann.

Das ist alles seit langem bekannt. Am 27. September 1996 traf der Europäische Rat, kaum wahrgenommen von der Öffentlichkeit, die wegweisende Entscheidung in Form der damals verabschiedeten "Luftqualitätsrahmenrichtlinie". Fast neun Jahre sind seither vergangen, und was ist konkret geschehen?

Ab Januar 2005 sind die Bundesländer zuständig für Luftreinhalte- und Aktionspläne, und betroffene Kommunen müssen konkrete Maßnahmepläne vorlegen, um die Schadstoffwerte in den Belastungszonen rasch und dauerhaft abzusenken. Eine schwierige Aufgabe; denn die mikroskopisch kleinen Staubpartikel sind zum einen natürlichen Ursprungs, zum anderen wehen sie von weit her heran. Zur Feinstaubbelastung trägt wesentlich die industrielle Produktion bei sowie der Straßenverkehr. Die EU-Richtlinie 96/62/EG und ihre Tochter-Regelungen zwingen die Verantwortlichen, überall dort aktiv zu werden, wo die Grenzwerte überschritten werden.

Was ist also zu tun? Die "grüne" Verkehrspolitik gibt hier durchaus Antworten. Uns interessiert jedoch Ihre Meinung als Einwohnerin oder Einwohner unseres Stadtbezirks. Schreiben Sie bitte eine E-Mail an die Fraktionsvorsitzende Waltraud Tegtmeyer (WaltraudTegtmeyer@T?Online.de), rufen Sie an (881256), oder faxen Sie (881281).

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