Grüne unterstützen die Region in ihrer Forderung, die Teilzeitausbildung für junge Mütter zu erhalten

16.12.2011 - Langensiepen: Finanziell selbstständige junge Mütter sind in der Bundesagentur für Arbeit nicht gefragt

Katrin Langensiepen

Die Frauen-,Sozial- und Berufsbildungspolitikerinnen der Grünen im Rat der Stadt Hannover unterstützen die Forderung der Region und deren Sozialdezernenten Erwin Jordan an die Bundesagentur für Arbeit, das Projekt Sina in seiner bewährten Form zu erhalten.

„Wie der Bundesrechnungshof und die Bundesagentur für Arbeit mit den seit den 90er – Jahren gewachsenen und bewährten Strukturen der kommunalen Beschäftigungsförderung umgehen, kann ich nur als Bürger entfremdet und fern vom Leben in der Kommune, den Städten und überall wo Menschen leben, arbeiten und sterben bezeichnen,“ sagt Katrin Langensiepen, sozialpolitische Sprecherin der Grünen im Rat der Stadt Hannover. „An jährlich 50.000 Euro der Bundesagentur soll dieses großartige Projekt scheitern, das ausgeweitet und nicht abgewickelt gehört. Weder für die jungen Mütter in Ausbildung zu verstehen, noch für Stadt und Region, für Betriebe und Arbeitgeber - aus meiner Sicht eine einzige Katastrophe, die nicht Wirklichkeit werden darf, “ schließt sich Ingrid Wagemann, Vorsitzende des Sozialausschusses, an.

Seit 2005 ist die Teilzeitausbildung in das Berufsbildungsgesetz explizit aufgenommen worden, nachdem schon seit den 90er Jahren Modellprojekte wie Sina oder JAMBA in Hessen erfolgreich junge Alleinerziehende in die Ausbildung brachten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung war zu der Überzeugung gelangt, die Ressourcen jungen Alleinerziehenden für den Arbeitsmarkt zu erschließen und ihnen aus der Abhängigkeit staatlicher Sozialleistungen zu helfen. Sehr konstruktiv und intelligent wurden Sozialpolitik, Frauenpolitik und Berufsbildungspolitik in diesen Projekten praktisch umgesetzt.

„Was Interessiert den Bundesrechnungshof und Frau von der Leyen das Geschwätz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von gestern? Dort wurde das Instrument der Teilzeitausbildung noch im April 2011 mit der schönen Broschüre „Ausbildung in Teilzeit“ beworben, “ sagt Langensiepen.

„Eigentlich ist das eine klassische Win-win-Situation für alle: die Auszubildenden, die Betriebe und den Arbeitsmarkt. Da fragt man sich, ob Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik im Bundesministerium für Arbeit und Soziales mehr als eine Worthülse ist oder überhaupt im Bund noch eine Rolle spielt, “ sagt Langensiepen.

Hintergrund: Pressemeldungen von Heute: Haz "Aus für Mütterprojekt" Neue Presse "BRH lässt Mütter im Regen stehen"

Das Projekt Sina hat es geschafft, Ausbildungsbetrieben zu verdeutlichen, dass ihnen die Teilzeitausbildung viele Vorteile bringt: Sie erhalten Nachwuchskräfte, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung über gute soziale Kompetenzen verfügen und hoch motiviert sind. Darüber hinaus kann der immer größere Fachkräftebedarf verringert werden. Für manche kleine und mittlere Betriebe bietet das Modell die Chance, erstmals in die Ausbildung einzusteigen, da sie oft weder die zeitlichen noch finanziellen Kapazitäten haben, in Vollzeit auszubilden. Jungen Müttern eröffnet sich somit die Perspektive, in den ersten Arbeitsmarkt einzusteigen.

Ratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Katrin Langensiepen
Sozialpolitische Sprecherin
Handy 0175 18 37 793

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