GJ Hannover übergibt Stadtwerken 650 Unterschriften

28.06.2006 - Aufgrund der GJH-Kampagne gegen die Beteiligung an einem Kohlekraftwerk lud uns der Enercity-Technik-Vorstand Harald Noske zu einem Gespräch ein. Dabei wurden die in den letzten Wochen gesammelten Unterschriften übergeben.

300 Millionen Euro wollen die Stadtwerke in klimafeindliche Kohlekraft stecken - um mehr Gewinn zu machen. E.on baut ein neues Kraftwerk in Hanau bei Frankfurt, woran sich die Stadtwerke beteiligen werden. Die GJH verurteilt sowohl den Bau als auch die Beteiligung der Stadtwerke. Stattdessen sollte lieber in regenerative Energien investiert werden, fordern die GJH und 650 UnterzeichnerInnen.

Übergabe der Unterschriften

Die Kampagne veranlasste den Technischen Direktor Harald Noske, die GJH zu einem Gespräch einzuladen. In lockerer Atmosphäre wurden die gegensätzlichen Positionen bzgl. der Beteiligung ausgetauscht und mögliche ökologische Alternativen diskutiert. So weisen die Stadtwerke auf die Unsicherheit der Gasversorgung und die hohen Investitionskosten bei regenerativen Energieträgern hin. Dies ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch nachzuvollziehen. Die GJH vertritt dagegen eine volkswirtschaftliche Sichtweise, nach der aus ökologischen und sozialen Gründen im Jahr 2006 keine Investition in ein Kohlekraftwerk mehr erfolgen darf. Würde mensch die wirklichen Kosten von fossilen Energieträgern in Rechnung stellen, würde die preisliche Differenz zwischen konventionellen und regenerativen Energieträgern verschwinden. So bezahlt momentan die Allgemeinheit die Kosten für die Folgen von CO2-Ausstoß, saurem Regen, Schadstoffbelastung und der Rekultivierung von zerstörten Landschaften.

Ein erster Schritt in diese Richtung wurde mit der EU-weiten Einführung von Schadstoffzertifikaten beschritten. Eine Tonne CO2 kostet zur Zeit 15 Euro (der Preis schwankt stark), Klimaschädigung hat nun also einen Preis! Dies wird auch von Noske begrüßt. Leider gibt es aber in der Umsetzung noch viele Defizite. So bekommen viele Unternehmen die Zertifikate umsonst und verkaufen sie dann weiter. Eine völlige Pervertierung des Systems! Hier ist die Politik gefordert, nachzubessern.

Die GJH lauscht kritisch...

Noske erläuterte sehr detailliert die Hintergründe für Entscheidungen über Investitionen und betonte das ökologische Engagement der Stadtwerke. Da gebe es zum einen den proKlima-Fond, Investitionen in Windkraftanlagen, Biomasse- und Wasserkraftwerke und neben bereits drei bestehenden Photovoltaikanlagen sei eine weitere in Planung. Außerdem gebe es umfangreiche Beratungsangebote zur Energieeinsparung.

Die GJH begrüßt die Bemühungen der Stadtwerke, auch ökologische Alternativen in ihrer Unternehmensstrategie zu berücksichtigen, verurteilt aber dennoch die Beteiligung an dem Kohlekraftwerk. Insbesondere weil die Stadtwerke momentan ohnehin 10% mehr Strom erzeugen, als in Hannover verbraucht wird. "Die geplante mehr-Leistung von 265 MW könnte auch teilweise über regenerative Energieträger erzeugt werden," kritisiert GJH-Aktivist Alexander Gilly, "auch bei den jetzigen politischen Bedingungen wären deutlich mehr Investitionen im Rahmen des Möglichen!"

Nichtsdestotrotz liegt die Hauptursache für solch klimaschädlichen Entscheidungen an den politischen Rahmenbedingungen. Obwohl mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz der rot-grünen Koalition eine gute Grundlage zur Förderung regenerativer Energien gelegt wurde, müssen diese Bemühungen massiv ausgebaut werden und alle Energieträger mit ihren wirklichen gesamtgesellschaftlichen Kosten auf dem liberalisierten Strommarkt konkurrieren. Denn dann wären regenerative Energien schon jetzt attrativere Alternativen für Investoren.

... wie Herr Noske die Altersstruktur von Kraftwerken erläutert

Gleichzeitig sind aber auch wir als Verbrauchende gefordert: Energie im eigenen Haushalt sparen und vielleicht zu einem Anbieter wechseln, der ökologisch produziert und ausschließlich in regenerative Energien investiert. In einem Durchschnittshaushalt bedeutet das, dass jedeR nur auf eine Tasse Kaffee im Monat verzichten muss!

Deshalb Stromwechsel jetzt!

Themen:

Weitere Meldungen

GRÜNE begrüßen Einigung im Konflikt um die Boehringer-Ansiedlung

Dette und Drenske: „Mit dem gerichtlichen Vergleich wird die absolute Priorität der Sicherheit und Transparenz für die Bevölkerung beim Betrieb des Tierimpfstoffzentrums betont!“ Mehr

Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide

Für die nächste Sitzung des Stadtbezirksrats am 31.05.2012 hat die GRÜNE-Fraktion eine Anfrage und drei Anträge eingereicht. Mehr

Niederflur ist wirtschaftlicher und barrierefreier!

Niederflurbahn in Blackpool Wir stehen vor einer zukunftsweisenden Entscheidung: Wie soll unser Personennahverkehr in den nächsten 30 Jahren aussehen? Mehr

Topmeldungen auf www.gruene-hannover.de

Niederflurbahn in Blackpool

Niederflur ist wirtschaftlicher und barrierefreier!

20.05.2012 Wir stehen vor einer zukunftsweisenden Entscheidung: Wie soll unser Personennahverkehr in den nächsten 30 Jahren aussehen? Mehr >>

Der neue Vorstand des Grünen Stadtverbands Hannover (v.l.n.r.: Barbara David, Tobias Leverenz, Friederike Kämpfe, Mareike Rehl / nicht im Bild: Daniel Gardemin)

Grüne Hannover wählen neuen Vorstand

10.05.2012 Friederike Kämpfe und Tobias Leverenz sind das neue Vorsitzenden-Team des grünen Stadtverbandes Mehr >>

oben, v.l.n.r.: Regina Asendorf, Thomas Schremmer, Belit Onay, unten: Maaret Westphely

Grüne nominieren LandtagskandidatInnen 2013

26.04.2012 Votenvergabe für aussichtsreiche Listenplätze Mehr >>

Grüne DirektandidatInnen (v.l.n.r.): Eva-Maria Hartmann, Katrin Langensiepen, Belit Onay, Thomas Schremmer und Maaret Westphely (Foto Björn Johnsen)

Hannovers Grüne wählen DirektkandidatInnen für die Landtagswahl 2013

19.04.2012 Kämpfe: Hannovers Grüne sind bereit, mit einem engagierten Team gegen schwarz-gelb anzutreten Mehr >>

Fukushima gedenken!

06.03.2012 Grüne Hannover rufen zur Beteiligung an der Großdemonstration in Hannover auf Mehr >>

Gruppenbild des neue gewählten Regionsvorstands

Regionsgrüne wählen neuen Vorstand

25.02.2012 Klawunde und Hagenah stimmen auf den Wechsel im Landtag ein Mehr >>