Grüne befragen ihren Kandidaten

13.12.2007 - 1. Thema: Müllbr / Der Grüne Direktkandidat Michael Horn nimmt Stellung zu dringenden Isernhagener Problemen. Heute: Isernhagen ist als unmittelbarer Nachbar der Müllverbrennungsanlage in Lahe besonders von der damit verbundenen Problematik betroffen.

1. Herr Horn, ist Müllverbrennung die richtige Art, mit unserem Müll umzugehen?

Grundsätzlich will ich noch einmal betonen: Jeder Müll ist Rohstoff am falschen Platz. Deshalb muss nach meiner Auffassung schon bei der Produktherstellung Einfluss darauf genommen werden, dass später bei der Demontage die Rohstoffe sortenrein zurückge- wonnen werden können. Die jetzige Handhabung der Verbrennung ist ein Irrweg, der diesem Ziel entgegensteht. Die nach maximaler Rohstoff-Rückgewinnung noch anfallenden brennbaren Abfälle sollten mit optimaler Filtertechnik und Energie-Ausnutzung (z.B. Kraft- Wärme-Kopplung) verbrannt werden. Dies ist in Lahe bisher leider noch nicht der Fall. Ich werde mich für eine Nachbesserung einsetzen.

2. Andere Parteien wollen die Müllentsorgung privatisieren. Halten Sie das für richtig?

Die Müllentsorgung darf aus den o .a. Gründen nicht in private Hand. Das Ziel muss die Müllvermeidung sein und nicht die Gewinnmaximierung durch Steigerung des Müllaufkommens. Es geht um schrittweise Reduzierung des Abfalls und nachhaltige Müllvermeidung.

3. Wie stehen Sie zu der angedachten Umlagerung von 120.000 Kubikmeter Asbest- schlamm von Wunstorf zur Deponie in Lahe?

Die Entscheidung für eine Endlagerung der arsenhaltigen Asbestschlämme der ehemaligen Firma Fulgurit in Wunstorf kann nicht ausschließlich an ökonomischen Gesichtspunkten wie EU-Fördermitteln u. a. festgemacht werden. Es geht darum, die am wenigsten gesund- heits- und umweltgefährdende Lösung zu finden. Das könnte vielleicht die Einhausung in einem so genannten Beton-"Sarkopharg" vor Ort sein. Die Deponie-Sicherung muss im Vordergrund stehen. Eine Gefährdung der Bevölkerung vor Ort muss bei allen geplanten Lösungen ausgeschlossen werden. APCM

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