Hannovers Grüne mobilisieren gegen den Castor
07.11.2008 - Mehr als 200 AtomkraftgegenerInnen fahren mit vier Grünen Bussen nach Gorleben
In der Geschäftsstelle des Grünen Regionsverbands ging es in dieser Woche zu wie in einem Reisebüro. Zwei Busse hatten die Grünen zunächst reserviert, um es AtomkraftgegnerInnen aus Hannover und Umgebung zu ermöglichen, günstig und schnell nach Gorleben zu kommen. Dort findet am morgigen Samstag (8. November) die zentrale Auftaktkundgebung der Proteste gegen den diesjährigen Castortransport von hochradioaktivem Müll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins Wendland statt. Die beiden Grünen Busse aus Hannover waren schnell gefüllt, doch die Nachfrage war wesentlich größer. Immer wieder klingelte das Telefon in der Geschäftsstelle. "Inzwischen haben wir über 200 Anmeldungen für insgesamt vier Busse und bekommen immer noch Anfragen", sagt Brigitte Deyda, Vorsitzende des Regionsverbands. Etwa die Hälfte der MitfahrerInnen sind Grüne Mitglieder. "Diese große Nachfrage zeigt uns, dass der Versuch von Union, FDP und Atomwirtschaft, den Ausstieg aus dem Atomausstieg zu schaffen, in der Bevölkerung auf massiven Widerstand stößt."
Für die ganze nächste Woche werden in Gorleben Protest- und Blockadeaktionen erwartet. Die Grünen aus der Region Hannover werden dort mit Grünen aus dem ganzen Bundesgebiet, zahlreichen NGOs und AtomkraftgegnerInnen gegen die dortige Lagerung von Atommüll protestieren und für eine alternative Energiepolitik eintreten.
"Gorleben eignet sich nicht als Endlager. Dies zeigt der Skandal in der Asse. Der dortige Salzstock galt als Forschungsendlager für Gorleben. Dort tritt bereits 17 Jahre nach dem Ende der Einlagerung Radioaktivität aus den Salzkammern aus.", erläutert Dieter Albrecht, Vorsitzender des Grünen Regionsverbands. "Wir fordern eine bundesweite ergebnisoffene Suche nach alternativen geologischen Formationen für die Lagerung von hochradioaktivem Atommüll. Vor allem aber müssen wir aufhören, neuen Atommüll zu produzieren und stattdessen eine echte Wende in der Energiepolitik mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz und Energieeinsparung herbeiführen."
Die Grünen Busse aus Hannover brechen um 9:00 Uhr vom ZOB Hannover nach Gorleben auf.











