Nicht trocken schlucken- aufmucken!
20.02.2007 - Die Presse berichtete über eine Äußerung unseres Landwirtschaftsministers beim Empfang von Protestschreiben gegen die Planungen des LROP für die Flughafenexpansion:b "Die Planung muss trocken geschluckt werden."/b - Und das bei einer Ausweitung der Nachtflüge um 75%!
Wir sind anderer Ansicht: Wenn die CDU-Landesregierung schon beim Beschluss der aktuellen Nachtflugregelung keine Rücksicht auf die Interessen der Anlieger genommen hat, so müssen einem zu mindest angesichts dieser Zuwachsraten die Haare zu Berge stehen. Daher begrüßen wir, dass zu mindestens 598 Bürger aus Isernhagen es gewagt haben, dem Minister zu widersprechen. Das er trotzdem mit der obigen Äußerung daran festhält, spricht nicht gerade für Weitblick.
Denn es geht nicht nur um Fluglärm und andere Auswirkungen auf die unmittelbaren Anlieger. Angesichts des jüngsten Klimaberichts und der darin geforderten CO²-Reduktionen erscheinen einem solche Planungen wie aus einer gestrigen Welt. Während es gelungen ist in den übrigen Sektoren (Energieerzeugung, Haushalte und Kleinverbraucher) Reduktionen zu erreichen, weist allein der Verkehrssektor steigende Tendenz auf. Die Internationale Energieagentur erwartet bis zum Jahr 2050 mehr als eine Verdoppelung der CO²-Emissionen aus diesem Bereich gegenüber 2002, so dass allein dieser Anteil auf die Hälfte aller Sektoren wachsen wird! Der Anteil des Luftverkehrs am Wachstum wird nach dieser Quelle (IEA 2004) etwa ein Viertel ausmachen. Wissenschaftler bewerten allerdings die Klimabelastung wegen der Verbrennung in der Atmosphäre mit mehr als dem Doppelten dieser CO²-Belastung.(1)
Und da sollen wir "trocken schlucken"!? Das Motto der Umweltbewegung "global denken-lokal handeln" verbietet uns diese Denkweise: Wir handeln mit unserem Protest auch für die PolitikerInnen, die diesen Trend nicht erkennen (vgl. auch Merkel-Protest gegen CO²-Grenzwerte der EU-Kommission für deutsche Autos)!
(1)zitiert nach Wuppertal Institut 2006: Klimawirksame Emissionen des PKW-Verkehrs und Bewertung von Minderungsstrategien (im Internet verfügbar unter: wuppertal.org)











