Öffentliche Veranstaltung der Grünen Ratsfraktion "Ökologisch Heizen mit Holz" am 05.12.2008

09.12.2008 - Dette: "Holz muss so umweltschonend und effizient wie möglich genutzt werden!"

Auf Einladung der Grünen Ratsfraktion informierten ExpertInnen in der öffentlichen Veranstaltung, welche Aspekte beim Heizen mit Holz zu beachten sind und wie die Feinstaubbelastung durch Holzfeuerungsanlagen verringert werden kann.

In der von Michael Dette, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion, moderierten Veranstaltung, eröffnete Marlene Potthoff von der Klimaschutzagentur Region Hannover die Vortragsreihe mit einem Referat mit dem provokanten Titel "Heizen mit Holz - Klimaschutz oder alles Bluff?". Am Ende ihres Vortrags kam sie dann jedoch zu dem Ergebnis, dass, wenn der Brennstoff Holz aus der Region bezogen werde und technisch ausgereifte Holzfeuerungsanlagen eingesetzt würden, Heizen mit Holz praktisch, günstig, gemütlich und angewandter Klimaschutz sei.

Dirk Hufnagel von proKlima - dem enercity-Fonds erläuterte wie nachhaltig die von Kleinfeuerungsanlagen in Privathaushalten ausgehende Feinstaubbelastung durch den Einsatz moderner Holzheizanlagen, wie Holzhackschnitzelkessel, Scheitholzkessel und Holzpelletöfen reduziert werden könne. Darüber hinaus warb er für eine Kombination von Holzfeuerungsanlagen mit Solarwärmeanlagen. Die Holzheizanlagen würden von proKlima mit 1.200 € und Sonnenkollektoren mit mindestens 800 € gefördert werden, dazu gäbe es noch weitere Förderungen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für den Einbau von Holzhackschnitzelkesseln und Holzpelletkesseln von mind. 1000 - 2500 € und darüber hinaus gäbe es für den Einbau von Holzofenfiltern, sog. Partikelabscheidern, einen Bonus von 500 €.

Andreas Barduni von der Schornsteinfegerinnung erklärte in seinem Vortrag welche Fehler beim Heizen mit Holz häufig gemacht würden, z.B. falscher Brennstoff (zu nass, zu große Stücke), Bedienungsfehler an der Feuerstätte (Anheizen / Luftzufuhr / Brennstoffaufgabe) und falsche Auslegung der Feuerungsanlagen (Nennwärmeleistung / Schornsteinquerschnitt / Pufferspeicher). Außerdem verwies er auf die Datenbank des HKI Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik e.V (zert.hki-online.de) in der komfortabel recherchiert werden könne, welche Holzfeuerungsanlagen die gesetzlichen Emissionsanforderungen einhielten.

Ulrich Kohlstrung vom HolzenergieCenter der Stadtwerke Hannover AG wies darauf hin, dass nur Holz genutzt werden sollte, dass genügend abgelagert sei (mindestens 1 Jahr, besser 2 Jahre). Denn feuchtes Kaminholz brenne nicht nur schlecht und hätte eine wesentlich schlechtere Energieausbeute, sondern es belaste auch unnötig die Umwelt durch die Entstehung schädlicher Gase bei der Verbrennung. Außerdem sollte beim Kaminholzkauf darauf geachtet werden, Holzarten mit guten Brennwerten zu kaufen (z.B. Buche, Eiche, Robinie, Esche oder Ahorn). Am besten sei es aber mit Holzpellets zu heizen, allerdings nur in DINplus Qualität. Hochwertige Holzbrennstoffe nebst Beratung seien beim HolzenergieCenter neben dem Gemeinschaftskraftwerk in Stöcken erhältlich.

Klaus Jarnicke von der Horst Hirsch KG erläuterte in seinem Vortrag die Funktion des Partikelabscheiders für Kaminöfen, der den Ausstoß von Feinstaubpartikeln in Kleinholzofenfeuerungen um 50 - 90 % verringern könne.

Norbert Schiemann vom Fachbereich Gebäudemanagement der Landeshauptstadt Hannover informierte über die Erfahrungen der Stadt mit Holzheizanlagen in kommunalen Liegenschaften. Laut Schiemann seien Holzheizanlagen für die Stadt Hannover eine neue Herausforderung bei der Planung und im Betrieb, die aber deutliche ökologische und ökonomische Vorteile für die Kommune bringen würden. Bezüglich des Feinstaubproblems empfahl er vorrangig Fernwärmeangebot zu nutzen, handbeschickte Holzfeuerungen stillzulegen oder umzurüsten (z.B. Kessel mit Pelletbrenner) und nur vollautomatische Pellet- oder Hackschnitzelkessel einzubauen.

Und zum Abschluss der Vortragsreihe berichtete Ulf Hansen Röbbel von Corona Solar über die Erfahrungen mit Pelletheizungen in der Praxis und gab Tipps, was beim Einbau einer Pelletheizung zu beachten sei.

Fazit von Dette: "Heizen mit Holz ist ökologisch - es muss nur richtig gemacht werden!"

Hintergrund:

Am Freitag, den 5. Dezember 2008, hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Landeshauptstadt Hannover im Hodlersaal des Neuen Rathauses eine öffentliche Veranstaltung zum Thema "Ökologisch Heizen mit Holz - Feinstaub reduzieren durch effizientes Heizen mit Holz und den Einsatz von Filtern" durchgeführt.

Heizen mit Holz wird immer beliebter, denn Holz ist als Brennstoff vergleichsweise günstig, wächst schnell nach und gibt beim Verbrennen nur so viel CO2 an die Atmosphäre ab, wie es vorher beim Wachstum gebunden hat. Doch bei der Verbrennung von Holz entstehen auch Schadstoffe, die über den Schornstein in die Luft entweichen. Ein Teil der Emissionen ist Feinstaub. Diese sehr feinen, mit dem Auge nicht sichtbaren Partikel, können beim Einatmen bis tief in die Lunge eindringen und so die Gesundheit belasten. Bronchitis, die Zunahme asthmatischer Anfälle oder Belastungen für das Herz-Kreislauf-System können die Folge sein. Feinstaub steht außerdem im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Zwar verursachen Verkehr und Industrie 87 Prozent des gesamten Feinstaubausstoßes in Deutschland, während auf Holzfeuerungsanlagen rund 13 Prozent entfallen. Allerdings nimmt die Feinstaubbelastung durch Kleinfeuerungsanlagen in Privathaushalten laut Umweltbundesamt stetig zu.

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