Stadtwerke auf Steinzeitkurs!

17.03.2006 - Grüne kritisieren Investitionsvorhaben der Stadtwerke in ein klimafeindliches Kohlekraftwerk außerhalb der Region. Schlieckau und Dette: "Das Vorhaben ist ökologisch rückwärtsgerichtet und verhindert die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region Hannover!"

"Ich habe kein Verständnis für die geplante Investition der Stadtwerke in eine veraltete und ökologisch bedenkliche Technologie!", kommentiert Michael Dette, energiepolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion, das Vorhaben in ein Kohlekraftwerk zu investieren.

Dass das Kraftwerk außerhalb der Region Hannover gebaut werden soll macht die Entscheidung der Stadtwerke noch unverständlicher.
Schlieckau, Fraktionsvorsitzender: "Die Stadtwerks-KundInnen in Hannover werden kein Verständnis dafür haben, dass mit ihren Strompreisen in Süddeutschland ein Kraftwerk gebaut wird und damit alle Arbeitsplatzeffekte für die Region Hannover gleich null sind. Wenn dann noch der notwendige weitere Abbau von 300 Arbeitsplätze in Hannover (heutige Meldung der HAZ) weiterhin zur Konsolidierung der Finanzen der Stadtwerke als notwendig erachtet werden, erinnert das sehr an die Devise von Herrn Ackermann der Deutschen Bank: Wir machen riesige Gewinne und verkünden gleichzeit massiven Arbeitsplatzabbau. Ein solches Vorgehen ist für ein kommunales Energieunternehmen nicht hinzunehmen."

Grüne hatten sich bereits im Vorfeld der Sitzung des Aufsichtsrates der Stadtwerke für eine ökologische und ökonomisch sinnvollere Alternative ausgesprochen und sich für ein Großkraftwerk aus dezentralen Blockheizkraftwerken in der Region stark gemacht. "Wir setzen auf Zukunftsenergien! Innovation schafft Arbeit in der Region, regionale Unternehmen und Handwerk würden von diesem Modell profitieren!", so Dette. Lothar Schlieckau hat diese Kritik und auch die Forderung nach Alternativplanungen in den entsprechenden Aufsichtgremien eingebracht, jedoch ohne Erfolg. Schlieckau: "Wir werden bis zur endgültigen Beschlussfassung über diesen Weg im Mai eine öffentliche Debatte führen um deutlich zu machen, dass dieser vorgeschlagene Kraftwerksneubau nicht im Interesse der Kundinnen und Kunden und der Bevölkerung der Region Hannover sein kann."

Hintergrund:

Im Verbund mit E.ON wollen die Stadtwerke ein neues Kohlekraftwerk bauen. Dieses soll über eine Kapazität von 1100 Megawatt verfügen. Die Stadtwerke würden sich mit 300 Mio. Euro mitbeteiligen und dadurch rund 265 MW der erzeugten Energiemenge erhalten.
Kohlekraftwerke stoßen ein vielfaches mehr an CO2-Emmissionen als z.B. ein vergleichbares Gaskraftwerk aus und sind im Energiebereich einer der größten Klimakiller.

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