Strom-Mafia - Grüne verärgert

15.09.2006 - Dette: "Nicht zu fassen, dass die Stadtwerke sich gegen eine verbraucherInnenfreundliche Tarifpolitik des Bundeswirtschafts-ministers und auf die Seite des Kartells der großen Energieversor-gungsunternehmen stellen!"

Waren in der Vergangenheit kommunale Stadtwerke ein Garant für eine verbraucherInnenfreundliche und den BürgerInnen des jeweiligen Anteilseigners verpflichtende Tarifpolitik, so scheint zumindest bei den Stadtwerken Hannover diese Zeit vorbei zu sein. "Kaum begibt sich Herr Feist in die Abhängigkeit der großen Energieversorger zu Lasten einer bisherigen eigenständigen und verbraucherInnenfreundlichen Energiepolitk durch bau eines gemeinsamen Kohlekraftwerks mit EON, schon macht er sich auch zum Sprachrohr dieses preistreiberischen Oligopols und kritisiert die berechtigte Rüge des Wirtschaftsministers zur Preistreiberei der Energiekonzerne!", sagt Michael Dette, energiepolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion.

Die Grünen setzen zukünftig auf den massiven Ausbau der Blockheizkraftwerk-Technik, damit eine Alternative gegen die Monopole der Stromkonzerne geboten wird. "Zumal jetzt ja auch die Stadtwerke dazu neigen, anstatt mit eigenen Angeboten den Wettbewerb im Markt zu suchen, sich dem Klüngel der Stromkonzerne anzubidern!", so Dette.

Die Grünen begrüßen es, dass Bundeswirtschaftsminister Glos endlich etwas gegen die Machtstrukturen im deutschen Strommarkt unternehmen will. "Ich hoffe auch, dass sinnvollen Ankündigungen forsche Maßnahmen folgen!", so Dette. "Statt liberal ist unser Strommarkt ein Kartell und die VerbraucherInnen zahlen die Zeche!", so Dette.

"Und Herr Feist setzt sich auch noch für den Erhalt dieser Strom-Mafia ein!", ärgert sich Dette. Völlig inakzeptabel, derart für ein Unternehmen zu sprechen, dass zu 75 % in öffentlicher Hand ist, so Dette.

Hintergrund:

Bundeswirtschaftsminister Glos hatte Maßnahmen gegen den Missbrauch der Marktmacht durch die großen vier Energiekonzerne e.on, RWE, EnBW, Vattenfall angekündigt.

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