Von Tschernobyl bis Gorleben - Chancen und Risiken der Atomkraft

10.10.2005 - Vom 7. bis 9.Oktober veranstaltete die GJH ein Seminar zum Thema Atomkraft im Energie- und Umweltzentrum in Springe-Eldagsen.

Freitag

So sieht also ein Solarmodul von nahem aus...

Um 18.00 Uhr traf der Großteil der TeilnehmerInnen am Energie- und Umweltzentrum in Eldagsen bei Springe ein. Zu diesem Zeitpunkt lag bereits eine lange und beschwerliche Reise hinter ihnen. Nach dem Abendbrot ging es dann auch inhaltlich zur Sache, Oda Becker, studierte Physikerin und bekennende Anti-AKWlerin, informierte über Unterschiede zwischen Siedewasser- und Druckwassergeneratoren, deren Sicherheitsrisiken bei normalem Betrieb als auch bei etwaigen Terroranschlägen und über andere grundlegende technologische Aspekte. Nach diesem insgesamt überaus informativen und lehrreichen Vortrag ließ mensch den Abend bei einigen Bieren gemütlich ausklingen. So konnten die wichtigsten Inhalte noch einmal reflektiert werden und die verschiedenen Ortsgruppen lernten sich besser kennen.

Samstag

Andreas aus der Landtagsfraktion erzählt uns etwas über den Atomausstieg

Der nächste Morgen wurde standesgemäß mit einem vegetarischen Frühstück der Extraklasse eingeleitet. Anschließend hielt der Geologe und ehemalige Oberstufenlehrer Otto Wehrmann einen Vortrag über die geologische Problematik einer End- beziehungsweise Zwischenlagerung atomarer Abfälle in Deutschland. Dabei wurde wiedereinmal vor Augen geführt, dass ein Endlager in Gorleben, unabhängig vom politischem Willen, allein aus wissenschaftlicher Sicht langfristig glatter Selbstmord wäre. Nach einer gut zweistündigen Mittagspause durften wir dann Andreas Meihsies, atompolitischer Sprecher der grünen Fraktion im Landtag, in unseren Reihen begrüßen. Er zeigte Möglichkeiten auf, die einen Atomausstieg zum jetzigen Zeitpunkt durchaus realisierbar machen würden und lieferte des Weiteren gute Argumente für die Energiewende. Nach einer kurzen Kaffeepause trafen wir uns mit Franz Möbius, einem der Initiatoren und Gründer des Umweltzentrums. Er führte uns über das Gelände und zeigte an Hand von praktischen Beispielen Kosten und Nutzen des Energiesparens.

Gut gedämmt ist halb gewonnen!

Die Ausstellung beinhaltet sowohl die verschiedensten Möglichkeiten sein Haus mit Hilfe von Dämmung, Holzbauweise oder Wintergärten zum niedrig Verbraucher zu machen, als auch durch Fotovoltaik, solare Warmwasserbereitung oder durch Wärme und Energie spendende Blockheizkraftwerke von hohen Energiekosten unabhängiger zu werden. Der Samstagabend verlief etwas fröhlicher und ausgelassener, was wohl an den Vorräten diverser lustig machender Substanzen lag. Der Abend wurde lang und die Nacht somit für viele zu kurz.

Sonntag

Alles lecker aus ökologischem Landbau

So kam es auch, dass manche das Frühstück verschliefen und erst wieder auftauchten, als Achim Riemann von JANUN sein Wissen zum Besten gab. Er klärte uns über die Langzeitfolgen einen GAUs anhand der Tschernobylkatastrophe vor knapp 20 Jahren auf. Gegen 14 Uhr machten wir uns auf den Heimweg, im Gepäck ein nasses Handtuch und die Erkenntnis das Atomkraft scheiße ist (was zugegebenermaßen nicht ganz neu ist). Abschließend bleibt noch zu bedauern, dass nicht jedes Wochenende ein Seminar der Grünen Jugend Niedersachsen stattfindet.

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