Hemmingen - Sanierung des Hallenbades

21.02.2008 - Grüne wollen das Hallenbad erhalten und die Attraktivität steigern.

Antrag:

Sanierung

1. Die Verwaltung wird beauftragt, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sanierung des Hallenbades zu beginnen. Maßgebliche Grundlage ist die Konzeptstudie des Planungsbüros de Witt, Dohrn Janssen aus dem Oktober 2007 mit der Variante II. Ziel soll es dabei sein, die vielfältigen Angebote des Vereins- und Schulsports sowie des öffentlichen Schwimmbetriebes nachhaltig zu sichern.

2. Das Hallenbad Hemmingen wird mit folgender Priorität saniert:

a. Energieeinsparung
b. Aktueller Stand der Technik
c. Brandschutz
d. Optimierung Schwimmaufsicht
e. Barrierefreiheit (behindertengerecht)
f. Nutzergruppenorientierung mit Multifunktionsbecken und Mehrzweckraum
g. Optimierung des Saunazugangs
h. Optimierung des Umkleidebereiches

Der Bau des Multifunktionsbeckens (Punkt 2.f.) wird ausdrücklich angestrebt, dessen Realisierung jedoch von der weiteren Kostenentwicklung abhängig gemacht. Der unter Punkt 4 genannte Kostenrahmen soll im Interesse des Multifunktionsbeckens nicht überschritten werden.

3. Bei der Sanierung können entfallen bzw. reduziert werden:

a. Whirlpool
b. Umgestaltung Eingangsbereich
c. Umgestaltung Windfang
d. Umbau Sauna
e. Solarium

4. Der Kostenrahmen wird bei derzeitigem Sachstand auf 4.600.000 € festgesetzt.

5. Die Verwaltung wird beauftragt, die Variante das Schwimmbad in so genannter Passivhausweise zu sanieren, alternativ zu untersuchen.

6. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob sich die große südlich ausgerichtete Dachfläche für eine Bürger-Photovoltaik-Anlage eignet, um einen weiteren Beitrag zu Senkung der Betriebskosten zu leisten.

7. Die Verwaltung wird beauftragt, zur Ermittlung der detaillierten Kosten ein Planungsbüro zu beauftragen.

Betriebs- und Kalkulationskosten

8. Zur Reduzierung der Betriebs- und Kalkulationskosten wird die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, inwiefern z.B. KfW-Kommunalkredite für energetische Gebäudesanierung mit einem derzeitigen Zinssatz von 1,5 % oder andere KfW-Darlehen (siehe Anlage) in Anspruch genommen werden können.

9. Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, ob eine Förderung durch die "Aktion Mensch!" für eine barrierefreie Gestaltung von Einrichtungen zur Förderung der Behindertengerechtigkeit gemeinsam der BSG Hemmingen möglich ist.

10. Die Verwaltung wird gebeten, weitere Drittmittel zu erschließen.

Begründung:

Die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und DUH sind der Überzeugung, dass im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hemmingen an der Einrichtung des Hallenbades festzuhalten ist.

Diese Überzeugung haben die Fraktionen aus den geführten Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern und Vereinen und Verbänden gewonnen. Die öffentliche Bürgerversammlung hat besonders deutlich gemacht, welche Bedeutung einem Hallenbad seitens der Bevölkerung zugesprochen wird. Zu betonen ist an dieser Stelle, dass - anders als in vielen anderen Städten und Gemeinden - nicht an den Neubau bzw. Umbau eines "Spaßbades" gedacht wird, sondern daran, dass das bereits seit Jahrzehnten bestehende Bad einer grundlegenden Sanierung unterzogen wird.

Das Hemminger Hallenbad wird auch in Zukunft maßgeblich als Schul-, Vereins- und öffentliches Sportschwimmbad dienen. Gleichzeitig soll es neben dem allgemeinen Badbetrieb die Durchführung von Kursangeboten, wie Wassergymnastik etc. ermöglichen. Das derzeitige Lehrschwimmbecken ist für Kursangebote aufgrund der geringen Wassertiefe und Größe nicht nutzbar, so dass das im Gutachten vorgeschlagene Mehrzweckbecken mit einer maximalen Wassertiefe von 1, 35 m und einer Größe von 11 m x 11 m realisiert werden soll. Dieses Becken wird eine Wassertemperatur von 30,5 °C vorhalten, wodurch es auch für den Senioren- und Behindertensport bei entsprechendem Kursangebot bestens geeignet ist. Zudem können auch Kinder in diesem Becken das Schwimmen erlernen. In dem Becken werden Massagedüsen installiert, die den gesundheitlichen Charakter der Gesamtanlage unterstreichen. Aufgrund der hohen Wassertemperatur im Mehrzweckbecken wird im Sportbecken zukünftig auf einen Warmbadetag verzichtet und eine dauerhafte Temperatur von 27,5 °C vorgehalten.

Um die finanzielle Tragweite des Projektes einzugrenzen, wird eine Kostendeckelung aufgrund des derzeitigen Sachstandes des Gutachtens auf 4,6 Mio € vorgesehen. Die Stadt Hemmingen ist finanziell in der Lage, diese Investition zu tragen, ohne sich nachteilig auf andere Einrichtungen und Angebote auszuwirken.

Um diesen Kostenrahmen einzuhalten wird vorgeschlagen, bei der Sanierung nach Prioritäten vorzugehen. Dabei sollen Energieeffizienz und Sicherheit eine herausragende Bedeutung haben. Anders als die Schaffung eines Mehrzweckbeckens wird die Einrichtung eines Whirlpools für entbehrlich gehalten. Dieses gilt ebenso für die gänzliche Umgestaltung des Eingangsbereiches mit einer Turmkonstruktion.

Ferner sind alle Möglichkeiten zu nutzen, die die Finanzierung des Projektes erleichtern. Insbesondere sind günstige Kredite der KfW zu nutzen, die eine energetische Sanierung fördern. Weiter ist zu bedenken, dass Drittmittel geworben werden können, wie etwa Fördermittel der EU, "Pro Klima" etc.. Dabei sind auch mögliche Förderungen für die Schaffung einer Behindertengerechtigkeit wie etwa durch die "Aktion Mensch!" zu berücksichtigen.

gez. Jens Beismann,
Fraktionsvorsitzender der SPD

gez. Jürgen Grambeck,
Fraktionsvorsitzender des Bündnis 90/Die Grünen

gez. Christian Herrnleben,
Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Hemminger

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