Freibad Uetze: Grüne geben Zuschuss zum Gegengutachten

20.06.2008 - Die Grünen aus dem OV Uetze haben Zweifel an dem Sanierungsgutachten für das Freibad Uetze. Es wird um Spenden für den Förderverein Freibad Uetze: Konto: 411 201 601 BLZ: 251 900 01 bei der Volksbank Burgdorf- Celle gebeten.

Freibad Uetze in Not

Mit den beiden Freibädern leistet sich die Gemeinde aus finanzieller und kaufmännischer Sicht sicherlich einen Luxus. Nur ist bei Weitem nicht zu unterschätzen, welchen Stellenwert die beiden Freibäder, insbesondere das Uetzer Bad, verkörpert.
Die Ratsmehrheit hat Uetze als Schulschwerpunkt gewählt. Schulen brauchen diese Sport- und Schwimmmöglichkeit. In einer Zeit, wo die Menschen durch den Einfluss von Technisierung immer mehr eigene motorische Fähigkeiten verlieren, müssen sie gerade jetzt besonders geschult werden, um z.B. das Schwimmen wieder neu für sich zu entdecken.
Das Freibad dient nicht nur einfach als Funktionsort für die sportlichen Aktivitäten der Nutzer. Ein wichtiger Aspekt ist der hohe Freizeitwert und die Alternative zum Urlaub. Energiepreise steigen immer weiter in die Höhe; die Einkommen sinken im Verhältnis zur schleichenden Teuerung seit Einführung des Euro. Das führt zu einer Regionalisierung. - Die Menschen besinnen sich auf die Dinge und Möglichkeiten in ihrer unmittelbaren Umgebung.
Gerade für Kinder, Jugendliche und Familien dient der Aufenthalt im Bad als sozio-kultureller Austauschort und Treffpunkt. Es hat präventiven Charakter und entlastet die mittlerweile immer mehr gewordene Arbeit der Sozialarbeiter in den Ortschaften und auf der Straße.
Seit 1998 ! setzen sich die Grünen für den Erhalt beider Freibäder ein. Schon damals waren die Finanzen immer ein Thema. Das ist bislang nie an die große Glocke gehängt worden. Die ersten Unterschriften für den Erhalt der Bäder wurden durch Thomas Klinger aus Hänigsen und Thomas Faßbender aus Uetze 1998 und 1999 gesammelt. - Daraufhin haben sich die Fördervereine in beiden Ortschaften gegründet.
Auch wenn die Bäder insgesamt für nur 120 Tage im Jahr geöffnet haben, ist das Ganze ein heftiger Batzen Geld, der jedes Jahr ans Bein genagelt wird. - Das stimmt. Berechnet wurde hierbei nicht, welche Alternativen es - theoretisch - dafür im Angebot gibt. Die Gretchenfrage ist: Würde die Gemeinde ohne Freibäder tatsächlich soviel Geld in Kultur- und Sozialarbeit oder in Vereine stecken ?? - Wohl eher nicht.
Wir behaupten, dass das Potential der Bäder, insbesondere des Uetzer Bades noch lange nicht ausgeschöpft ist. Durch eine Vielzahl von Kreativmöglichkeiten lässt sich die Attraktivität steigern. Örtliche Betriebe können sich engagieren und im Gegenzug Werbung für sich machen. - Es können ideelle Patenschaften übernommen werden; Mottoveranstaltungen im Freibad könnten " hipp " sein.
Die aktuelle öffentliche Ratsvorlage IX/0319 beschäftigt sich mit einem Zukunftssicherungskonzept für die ganze Gemeinde. Hier spielen -- laut Arbeitsgruppe -- das Schwimmangebot und das Freibadangebot eine gewichtige Rolle. Es liest sich so schön, so dass es auch ein regionales Grünen-Grundsatzprogramm sein könnte.
Das am 19. Juni vorgestellte Sanierungskonzept für das Freibad Uetze impliziert einen hohen Gesamtaufwand an Kosten. Das Gutachten über den Ist-Zustand des Bades und den notwendigen Ausgaben ist schon an diesem Abend in sachliche Kritik geraten.
Herr Wehly aus Uetze, hatte kritisiert, dass verschiedene Arbeiten überdimensioniert erscheinen. Ausserdem sei die Wasserumwälzung im Planschbecken und die damit verbundenen Heizkosten nicht richtig berechnet worden.
Andere Berechnungen, wie z.B. der als gering erscheinende Verkauf von Warmduschmarken und eine durchschnittliche Duschzeit von 5 Minuten, kamen in den Überlegungen gar nicht vor. Herr Wehly hatte hochgerechnet, dass durch den Erlös der Duschmarken entweder der Wasser-/Wärmeverbrauch oder die hochgerechneten Einnahmen nicht richtig berücksichtigt wurden.
Eine andere Einwohnerin fragte den Gutachter, ob die Schwallbehälter von Schwimmerbecken und Nichtschwimmerbecken gekoppelt werden könnten. - Diese, gerade zu Einsparungszwecken mögliche Lösung, ist durch die Sanierungsgesellschaft gar nicht in Betracht gezogen worden.
Aus diesen und anderen Gründen haben sich die Grünen entschlossen, noch enger und aktiver mit dem Förderverein Freibad Uetze zusammen zu arbeiten. Mit einem sechstel werden sich die Grünen an den Kosten für das Gegengutachten für das Freibad beteiligen.
Wir freuen uns auf eine rege finanzielle und kreative Beteiligung aus der Bevölkerung. Gleichzeitig appellieren wir an die Solidarität aus Hänigsen und den anderen umliegenden Ortschaften. Als es um den Erhalt in Hänigsen ging haben sich die Grünen glasklar für das Bad eingesetzt. Wir sind eine Gemeinde und eine Solidargemeinschaft. Thomas Faßbender

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