GESUNDER SCHULWEG

15.06.2010 - Der OV Isernhagen von Bündnis 90/Die Grünen veranstaltet im Vierteljahresrhythmus "Themenabende" in den Ortsteilen von Isernhagen, um die dort aktuellen Probleme mit den Bürgern zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Am 15. Juni traf man sich bei Dehne in NB. Thema hier: Die jeden Morgen aufs Neue entstehende brisante Verkehrssituation vor der Grundschule auf dem Windmühlenberg.

Neben den Elternvertretern aus NB und einem betroffenen Großvater beteiligten sich auch Lehrkräfte aus Kirchhorst und Altwarmbüchen am Gespräch.
Übereinstimmend wurde berichtet, dass die Bilder vor allen Grundschulen in Isernhagen morgens zwischen 7.40 Uhr und 8.00Uhr ähnlich sind. Auch in Altwarmbüchen, Neuwarmbüchen, Kirchhorst und HB - überall Verkehrschaos durch parkende, haltende, wendende Autos vor den Eingängen der Schule und den dazwischen ihren Weg suchenden Schulkindern. Auf ein Schreiben eines NBer Bürgers antworteten Ortsbürgermeisterin bzw. Ordnungsamt, das Problem sei von den Eltern hausgemacht und bisher noch kein Kind zu Schaden gekommen, deshalb kein Handlungsbedarf.

Nach übereinstimmender Meinung aller Anwesenden dürfen wir darauf nun wirklich nicht warten, es sprechen viele Gründe für den Schulweg zu Fuß.
• Die Kinder lernen, die weitere Umgebung zu entdecken und sich im Verkehr zu bewegen.
• Die Kinder haben genug frische Luft und Bewegung, bevor der Unterricht beginnt, sie können sich dadurch besser konzentrieren.
• Der Schulweg macht sie fit und verhindert Übergewicht.
• Sie können sich schon während des Weges mit Ihren Freunden austauschen.
• Jeder nicht gefahrene Auto-Kilometer ist gut für unser Klima.

Auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten stellte eine Lehrerin das Projekt "Grüne Meilen für Kopenhagen" vor, das mit Erfolg an ihrer Schule durchgeführt wurde. Für jeden Schulweg, der auf eigenen Füßen zurückgelegt wurde, gab es einen Belohnungspunkt, für ein autofreies Wochenende mit den Eltern Extrapunkte. Die Kinder machten begeistert mit, die Wirkung lässt allerdings nach einem Jahr etwas nach.
Dieses Modell könnte im Wettbewerb aller Isernhagener Schulen laufen. Denkbar wäre, die Krankenkassen oder den Umweltschutzverein anzusprechen, damit die Schule mit den meisten grünen Punkten ausgezeichnet wird.

Ein weiterer Ansatz ist der schon in vielen Regionen Deutschlands und Europas erprobte "walking bus" (auch "Pedibus" genannt). Die Kinder eines Viertels treffen sich - angezogen mit gleichen Schutzwesten/Caps - an ihrer Pedibus-Haltestelle und gehen mit einem begleitenden Elternteil gemeinsam ihren Schulweg. Zur Organisation der Begleitung durch die Elternschaft gibt es bereits eine Fülle an Material. Denkbar wäre auch, dass Ehrenamtliche oder 1-Euro-Jobs diese Arbeit tun.

Großräumig Spielstraßen um alle Grundschulen einzurichten, war ebenso ein Vorschlag, um den Verkehr zu entzerren, wie ein Zebrastreifen oder/und eine Fußgängerampel. Auch eine andere Verkehrsführung (z.B. Einbahnstraßen oder Fußgängerzonen) vor den Grundschulen ist vorstellbar. Eine Verbreiterung der viel zu schmalen Gehwege an einigen Teilstücken des Schulweges wurde angedacht.

Fazit:
Der sichere bzw. gesunde Schulweg ist bei allen Grundschulen Isernhagens ein großes Problem. Wir brauchen Lösungen, die ihn ermöglichen. Dabei müssen auch die Sorge der Eltern um die Gefährdung ihrer Kinder und die morgendliche Zeitorganisation in den Familien berücksichtigt werden.
Die Grünen werden sich vor Ort und in der Ratsarbeit dieses Themas annehmen.
Almuth Peters-Bröking, Heidrun Lemke

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