Grüne: Gut für die Erzieherinnen, zu wissen, dass ihre Profession händeringend umworben wird

17.04.2009 - Wagemann: "Der Beruf der Erzieherin und des Erziehers gehört schon lange aufgewertet!"

"Es spricht für die hannoverschen Ausbildungsgänge zum Erzieher und zur Erzieherin, wenn ein großes Abwerben von Fachkräften an den hannoverschen Fachschulen einsetzt", so Ingrid Wagemann, jugendpolitische Sprecherin der Grünen im Rat.

"Es tut den Erzieherinnen gut, zu wissen, dass sie gebraucht werden und ihre Arbeit offensichtlich im Wert steigt. Daran fehlt es nämlich sowohl grundsätzlich als auch konkret in Form einer besseren Eingruppierung dieser interessanten und anspruchsvollen Arbeit", sagt Wagemann.

Ein Grund auch, warum so wenig Männer sich für den Beruf des Erziehers entscheiden. Gerade 3 % der pädagogischen Mitarbeiter in Kinderbetreuungseinrichtungen sind männlich! Die schlechte Bezahlung ist ein wesentlicher Grund für das mangelnde Interesse männlicher Kollegen an diesem Berufsfeld.

"Ergebnis ist, dass Jungen und Mädchen von Anfang an bis zum zehnten Lebensjahr fast ausschließlich von Frauen betreut, erzogen und gebildet werden, denn auch in der Grundschule finden wir ein ähnliches Bild. Es fehlen also männliche Rollenvorbilder, Orientierungen und Auseinandersetzungsmöglichkeiten mit Männerbildern. Das ist für die Entwicklung von Kindern und insbesondere von Jungen in der heutigen Zeit eine Katastrophe", so Wagemann weiter.

Die Bewertung der erzieherischen Tätigkeiten und die entsprechende Eingruppierung müssen verändert und aufgewertet werden. Die Verhandlungen hierüber laufen in diesem Jahr. "Wir werden uns im Interesse der Beschäftigten in diesem Bereich nach unseren Möglichkeiten einbringen", sagt Wagemann.

"In skandinavischen Ländern wurde schon längs begriffen, dass das Lernen ein lebenslanger Prozess ist und schön früher als in der Schule beginnt. Kinderbetreuung im Sinne von Betreuung, Erziehung und Bildung wird dort sehr ernst genommen und umgesetzt", sagt Ingrid Wagemann.

"Der Betreuungsschlüssel in Finnland ist bei der ein- bis dreijährigen eine Betreuerin auf vier Kinder, die Gruppengrößen sind mit 13 bis 15 Kindern eher klein. Das Personal setzt sich aus verschiedenen Berufsgruppen zusammen und die Erzieherinnen, die die Gruppe leiten haben einen Hochschulabschluss. Das zusammen trägt zu dem skandinavischen Erfolg bei…", so Wagemann.

Hintergrund:

HAZ Artikel "München wirbt Erzieher ab" vom 15.04.09 Weiter: seit 2005 mit Einführung des TVöD steht eine neue Eingruppierung der Berufsgruppen aus, man behilft sich mit den Grundlagen aus dem BAT. Für Erzieherinnen und SozialpädagogInnen werden pilothaft in diesem Jahr die Verhandlungen zwischen verdi und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber um eine neue Eingruppierung und Bewertung geführt.

Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ingrid Wagemann, Tel. 0173/6470151

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