Hannover soll keine Produkte aus Kinderarbeit kaufen

23.09.2004 -

Grüne initiieren Antrag für eine bewusste Vergabepraxis

Auch durch die Einflussmöglichkeiten der Stadt Hannover kann nach Meinung der Grünen ein kleiner Beitrag dazu geleistet werden, dass ausbeuterische Kinderarbeit eingedämmt wird, ganz nach dem Prinzip Global denken, lokal handeln. Künftig sollen bei Ausschreibungen nur noch Produkte und Dienstleistungen Berücksichtigung finden, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind oder deren Produzenten und Händler sich aktiv für einen Ausstieg aus der Kinderarbeit einsetzen.

Der Antrag, der in die letzte Ratsversammlung eingebracht wurde, wird demnächst im Bau- sowie im Organisationsausschuss beraten. Ingrid Wagemann, jugendpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion dazu: []Es ist schön, wenn wir den Weltkindertag feierlich begehen und auf die Probleme von Kindern aufmerksam machen. Zusätzlich können wir jedoch einen weiteren ganz praktischen Beitrag dazu leisten, dass es Kindern in anderen Teilen der Welt besser geht. Auch in der Stadtverwaltung Hannover werden Produkte eingekauft aus der Reihe von Warengruppen, bei denen besonders häufig ausbeuterische Kinderarbeit beobachtet wird, so z.B. Sportartikel, Bälle, Spielwaren, Teppiche, Natur- und Pflastersteine, Billigprodukte aus Holz, Agrarprodukte wie Kakao, Orangensaft, Tomaten. Wenn eine Selbstverpflichtung zur Ächtung solcher Waren aus Kinderarbeit Schule macht, wird das einen Einfluss auf die Nachfragesituation und damit auf die Produktion haben. []

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