Mehr Sicherheit für Kinder

25.08.2006 - Pünktlich zum Schuljahresbeginn fordert die Grüne Bezirksratfraktion Linden-Limmer Zusagen der Verwaltung ein.

GRÜNE fordern mehr Engagement der Stadtverwaltung für sichere Schulwege - Kinderbeteiligung bei Verkehrsplanung ernster nehmen

"Die Stadt Hannover muss mehr tun für sichere Schulwege in Linden-Limmer." Das hat der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bezirksrat Reinhard Tydecks zum Schuljahresbeginn gefordert. Insbesondere seien zusätzliche Zebrastreifen notwendig.

In Projekten zur Schulwegsicherheit, die in den vergangenen Jahren an vier Grundschulen in Linden-Limmer durchgeführt worden waren, hatten die Kinder insgesamt 6 zusätzliche Zebrastreifen gefordert (u.a. in der Küchengartenstraße direkt an der Grundschule Am Lindener Markt, in der Petristraße an der Grundschule Egestorffschule, Am Lindener Berge vor der IGS und im Kreuzungsbereich Nieschlagstraße/Wittekindstraße). Der Bezirksrat habe diese Vorschläge unterstützt, aber die Stadtverwaltung habe in allen Fällen die Anlage neuer Zebrastreifen abgelehnt.

"Offenbar ist die Stadtverwaltung noch immer zu wenig bereit, Verkehrsplanung aus dem Blickwinkel der Kinder zu betreiben", kritisierte Tydecks. Stattdessen verstecke sie sich hinter einer zu engen Auslegung der Verwaltungsrichtlinien für die Anlage und Ausgestaltung von Fußgängerüberwegen: mal herrsche zu viel Verkehr für einen Zebrastreifen, mal zu wenig und mal liege der geforderte Zebrastreifen in einer Tempo-30-Zone. Tatsächlich gebe die Verwaltungsrichtlinie (R-FGÜ 2001) jedoch nur Richtzahlen vor und lasse in jedem Einzelfall auch Ausnahmen zu, erläuterte Tydecks. "Ausschlaggebend sollte das Sicherheitsbedürfnis und Sicherheitsgefühl der Kinder sein." Z.B. herrsche vor Schulen auch in Nebenstraßen morgens zum Schulbeginn viel Verkehr, weil dann viele Kinder mit dem Auto gebracht würden. Hier seien Zebrastreifen sinnvoll, auch wenn diese Straßen ansonsten sehr ruhig seien.

"Die Stadt Hannover schmückt sich inzwischen gerne mit Foren zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen," so Tydecks, "aber die Verwaltung ist offenkundig oftmals noch zu wenig bereit, die Vorschläge der Kinder tatsächlich ernst zu nehmen und umzusetzen."

Zum Hintergrund:

Im Oktober 1998 hatte sich der Bezirksrat Linden-Limmer auf Anregung der Grünen dafür eingesetzt, nach dänischem Vorbild Schulwegsicherheitsprojekte in den Schulen durchzuführen. Seitdem haben vier Schulen in Linden-Limmer (Grundschule Salzmannstraße, Grundschule Am Lindener Markt, Grundschule Egestorffschule und Grundschule Kastanienhof) gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt Linie 21 von JANUN e.V. Projekte durchgeführt, bei denen Schulkinder auf ihrem Schulweg Gefahrenpunkte ermittelt und Verbesserungsvorschläge gemacht haben. Hauptprobleme waren in den Augen der Kinder fehlende oder mangelhafte Überwege und das Falschparken in den Kreuzungsbereichen, wodurch den Kindern beim Überqueren der Straße die Sicht auf den fließenden Verkehr versperrt wird.

Reinhard Tydecks
Fraktionsvorsitzender

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