Rot-Grüner Haushaltsantrag "Beschäftigung und Qualifizierung von Rucksackmüttern"
20.12.2007 - Änderungsantrag zur DS 1961/2007- Verwaltungshaushalt Finanzstelle 4641 - Kindertageseinrichtungen Finanzposition 601000 - Sonstige Aufwendungen für Dienstleistungen
Antrag zu beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, • die bestehende Arbeit mit den sog. "Rucksackmüttern" zu verstetigen und aufzuwerten, indem qualifizierte Mütter aus diesem Programm in ein Beschäftigungsverhältnis als geringfügig Beschäftigte (400 Euro-Jobs) übernommen werden. • Zur Finanzierung werden in den Verwaltungshaushalt 2008 zusätzliche Mittel in Höhe von 50.000 Euro eingesetzt. Mit diesen Mitteln werden zum Kindergartenjahr 2008 / 2009 im ersten Schritt in jedem Stadtbezirk mit Bedarf eine entsprechend qualifizierte Mutter als geringfügig Beschäftigte eingesetzt, in weiteren Schritten in jedem Stadtteil. Die Koordination in der Verwaltung, die weitere Qualifizierung und Begleitung der Beschäftigten ist ebenfalls zu gewährleisten. Restmittel werden entsprechend dem Umsetzungsfortschritt ins nächste Haushaltsjahr übertragen. • Die beteiligten Frauen werden weiter qualifiziert für ein neues Aufgabengebiet: Als "Stadtteilmütter" werden sie ein Bindeglied sein zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund und den Einrichtungen und Diensten vor Ort. • Hierzu wird im FB 51 unter Einbeziehung der Projekte Familienzentrum und Sprachförderung ein Konzept erarbeitet, welches dem Jugendhilfeausschuss rechtzeitig vor den Ratsferien 2008 vorzulegen ist. • Eine Zusammenarbeit mit und Finanzierung durch den Bereich der Beschäftigungsförderung ist zu prüfen.
Begründung:
Seit Beginn des Programms "Rucksackmütter" werden auf der Basis von Honorarverträgen in Hannover Frauen mit unterschiedlichen Migrationshintergründen qualifiziert und im Bereich der Sprachförderung in Kindertagesstätten eingesetzt. In dem Programm wurde deutlich, welchen Wert die Arbeit dieser Frauen für die Einrichtung und für die interkulturelle Kommunikation hat. Durch die Einführung von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen soll eine klare und verbindliche Zugehörigkeit zu den Kindertagestätten und den Familienzentren hergestellt werden. Die Frauen erhalten einen Status als Beschäftigte und ein eigenverantwortliches Aufgabenfeld; diese Wertschätzung hat neben der finanziellen Dimension eine weitergehende persönliche Dimension und stärkt die Frauen in ihrem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen - Beschäftigung fördert zudem Integration. Mit der Weiterqualifizierung der "Rucksackmüttern" zu "Stadtteilmüttern" sollen die Kompetenzen und Erfahrungen dieser neuen Mitarbeiterinnen genutzt werden, damit sie im Quartier die Funktion von Türöffnerinnen übernehmen können. Sie können informieren, vermitteln, auf Möglichkeiten und Probleme aufmerksam machen, bei der Umsetzung von Interessen helfen und Beteiligung fördern. Ihnen kann es gelingen, Kontakt zu Familien zu bekommen, die häufig durch andere öffentliche Angebote nicht erreicht werden.
Christine Kastning, Fraktionsvorsitzende
Ingrid Wagemann, stellv. Fraktionsvorsitzende











