Rot-Grüner Haushaltsantrag "Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit"
20.12.2007 - Änderungsantrag zur DS 1961/2007 - Verwaltungshaushalt Finanzstelle 4510 - Kinder- und Jugendarbeit Finanzposition neu - Konzeptionelle Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit
Antrag zu beschließen:
1. Die Verwaltung wird aufgefordert, eine Ausschreibung für die wissenschaftliche Begleitung eines Prozesses zur Neuorganisation der Kinder- und Jugendarbeit in Hannover für vorerst 3 Jahre (optional 2 weitere Jahre) vorzunehmen. Die Angebote der Fachinstitute sollen folgende Punkte berücksichtigen: • Durchführung eines öffentlichen Dialog- und Konzeptionsprozesses mit dem Ziel der Entwicklung eines Gesamtkonzeptes zur sozialräumlich ausgerichteten bedarfsgerechten Organisation der Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt Hannover unter Beteiligung von Akteuren der öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe. In die Entwicklung des Konzeptes sind Angebote aus Bildung, Erziehung, Betreuung und der Freizeitgestaltung sowie der Schulen, Kultureinrichtungen, Vereinen, Wirtschaftsverbänden, Hoch- und Fachhochschulen einzubeziehen. • Erarbeitung von inhaltlichen und strukturellen Qualitätsstandards für die offene Kinder- und Jugendarbeit • Einbringen von Impulsen für die fachlich-inhaltliche Ausgestaltung der Kinder- und Jugendarbeit • Erarbeitung von Strukturen zur sozialräumlichen Zusammenarbeit, Vernetzung, Kontraktierung und Wirkungsdialogen für die Kinder- und Jugendarbeit • Begleitung der Erprobungsphase zur Umsetzung des Gesamtkonzeptes in 3 Stadtbezirken • Prozess- und Ergebnisevaluation • Entwicklung von Vorschlage für eine Übertragung auf die anderen Stadtbezirke
2. Die Verwaltung informiert den Jugendhilfeausschuss über die Entscheidung der wissenschaftlichen Begleitung und bezieht den Jugendhilfeausschuss in die Entwicklungsschritte ein.
3. Für die anfallenden Kosten (50.000 € jährlich für das Konzept erstellende Institut und 10.000 € für Fort- und Weiterbildungsangebote und/oder Fachtagungen) werden für die kommenden drei Jahre jährlich insgesamt 60.000 € zur Verfügung gestellt, davon 30.000 € aus vorhandenen Mitteln und 30.000 € werden zusätzlich eingesetzt. Begründung:
Mit der Neuorganisation der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit sollen neue Wege der Zusammenarbeit und Vernetzung aller im Prozess des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen beteiligter beschritten werden. Diese Entwicklungen entsprechen auch den Aussagen des 12. Kinder- und Jugendberichtes, der die Notwendigkeit eines engeren Zusammenwirkens von Schule und den Akteuren der Jugendhilfe, der Kultur, des Sportes, der Wirtschaft, etc. als unverzichtbar beschreibt. Die Überwindung des Denkens und Handelns in institutionellen Kategorien und die damit verbundene Zuweisung separierender Einzelzuständigkeiten hin zu einem ganzheitlichen Verständnis der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen soll das Ziel sein. Das Gesamtkonzept soll aufbauend auf bestehende Prozesse und die DS …. zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Hannover insbesondere auf folgenden Merkmalen basieren:
Optimale Entwicklungsförderung Diese kann nur gelingen, wenn die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen (soziales, schulisches und emotionales Lernen) zur Persönlichkeitsbildung einem ganzheitlichen Ansatz folgt und die handelnden Akteure in gemeinsamer Verantwortung strukturiert und fachlich-inhaltlich abgestimmt zusammenarbeiten.
Verbindliche Vernetzungsstrukturen Voraussetzung für eine gelingende Zusammenarbeit ist das Verschränken der Angebote aller Akteure ineinander hin zu einer strukturierten Abstimmung der Angebote. Es bedarf einer Weiterentwicklung der Kooperationskultur mit verbindlichen Kontrakten der beteiligten Organisationen. Diese Kontrakte dienen der Zuschreibung von Aufgabenfeldern zur Bearbeitung der Bedarfslagen im Sozialraum und zur Festschreibung der inhaltlichen und strukturellen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig gegen sie insbesondere den freien Trägern eine finanzielle Planungssicherheit, analog den Kontrakten im Bereich der erzieherischen Hilfen.
Strukturelle Steuerung Neben der notwendigen zentralen Steuerung ist die dezentrale Struktur der Koordination und Moderation in den Sozialräumen von besonderer Bedeutung. In welcher Form diese Aufgabe in den Sozialräumen umgesetzt werden kann (Lokale Bildungsbüros, Servicestellen, Steuerungsgruppen, etc.) als für die Netzwerkpflege zuständige Instanz, wird zu erarbeiten sein.
Umfassendes Berichtswesen Grundvoraussetzung für die Ermittlung von Bedarfslagen und damit verbunden die fachliche Konzeptionisierung der inhaltlichen Arbeit im Sozialraum ist ein Verschränken der Planungsinstrumente aus den Bereichen der Jugendhilfe und Schule, aber auch ein Berichtswesen, dass Schulentwicklungs- und Jugendhilfedaten ebenso berücksichtigt wie Daten aus der Sozial- und Stadtentwicklungsplanung oder des Arbeitsmarktes. Ziel muss es dabei sein, die kleinräumig erhobenen Daten- und Planungsbefunde aufzubereiten und Hinweise für konkrete kurz- und mittelfristige Handlungsbedarfe zu liefern.
Evaluation und Wirksamkeitsdialoge Die kontinuierliche Evaluation der Kooperations- und Abstimmungsstrukturen verbunden mit der Überprüfung der gewünschten und erzielten Wirkung sind unverzichtbar. Instrumente sind kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ziel wird auch immer die Optimierung der Arbeit sein müssen.
Christine Kastning, Fraktionsvorsitzende
Ingrid Wagemann, stellv. Fraktionsvorsitzende











