GRÜNE regen Nutzung alternativer Internetsuchmaschinen in Stadtverwaltung an

25.03.2010 - Westphely: "Znouten statt Googeln - alternative Intersuchmaschinen bieten mehr Datenschutz und leisten Beitrag zum Klimaschutz!"

"Wir haben Oberbürgermeister Weil in einem Brief um Prüfung gebeten, inwieweit von der Stadtverwaltung alternative Internetsuchmaschinen genutzt werden können", erklärt Maaret Westphely, als Mitglied der Grünen Ratsfraktion u.a. im Organisations- und Personalausschuss. Zwar sei die Internetsuche via Google zur alltäglichen Routine geworden, so Westphely, doch gäbe es Alternativen zum Weltmarktführer und nahezu Monopolisten Google, die nicht nur mehr Datenschutz sondern darüber hinaus auch noch Klimaschutz bieten würden.

Zu den aus Grüner Sicht empfehlenswerten alternativen Internetsuchmaschinen gehört u.a. Znout (Znout = zero negative output). Im Unterschied zu Google werden hier BenutzerInnendaten nach deren statistischer Verarbeitung gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben. Darüber hinaus erfolgt die Web-Suche durch den Erwerb regenerativer Ausgleichszertifikate CO2-neutral. Bei einer Größenordnung von ca. 8.000 PC-Arbeitsplätzen bei der Stadtverwaltung, angenommenen vier Suchanfragen im Durchschnitt pro Tag, 190 Arbeitstagen im Jahr (unter Berücksichtigung von ca. 30 % Teilzeitbeschäftigten bei der Stadtverwaltung) und einem Ausgleich von 5 g CO2 pro Suchvorgang könnten so nach Schätzungen der Grünen insgesamt ca. 30,4 t CO2 pro Jahr über Projekte für erneuerbare Energien in den USA ausgeglichen werden. Dies entspricht in etwa der jährlichen CO2 -Aufnahme von 3 ha Wald (ca. 0,5% der 650 ha großen Eilenriede).

Westphely: "Ohne Kostenaufwand könnte die Stadtverwaltung so einen nicht unerheblichen Beitrag zum globalen Daten- und Klimaschutz leisten!"

Hintergrund:

Google setzt auf jedem Computer, der eine Suchanfrage stellt, einen Cookie mit einer individuellen Identifikationsnummer, die unter anderem dazu dient, vergangene Suchen zu protokollieren, um personalisierte Werbung einblenden zu können. Des Weiteren speichert Goole IP-Adressen für eine Dauer von 9 Monaten. Aufgrund vieler weiterer Versuche der Firma Google, in den Besitz möglichst vieler Daten zu kommen ("Datenkrake") und diese ggf. miteinander zu verknüpfen, kann diese Entwicklung aus Sicht des Datenschutzes zumindest als sehr bedenklich eingestuft werden. In der Hinsicht vorteilhaft sind die Suchmaschinen Znout (de.znout.org), Ecosia (www.ecosia.de) und Forestle (www.forestle.de). Diese verpflichten sich in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen dazu, BenutzerInnendaten wie die IP-Adresse nach deren statistischer Verarbeitung (ca. 48 Stunden) wieder zu löschen und sie keinesfalls an Dritte weiterzugeben. Cookies setzen diese Dienste gegenüber Google nicht und obwohl zumindest einer von ihnen mit Google zusammenarbeitet (Znout), werden durch diesen keine personenbezogenen Daten an Google selbst weitergegeben.

Eine Suche per Google verbraucht Strom durch den Rechner des Anwenders und insbesondere durch mehr als dreißig Rechenzentren. Diese betreibt Google weltweit, um Suchergebnisse in Sekundenbruchteilen liefern zu können. Laut einer Studie mehrerer amerikanischer Wissenschaftler werden pro Suche ca. 4 Wattstunden Strom benötigt. Bei deren Herstellung emittieren 2 Gramm CO2. Durch den Erwerb von Ökostromzertifikaten (Renewable Energy Certificates) des US-amerikanischen Programms Green-e schafft Znout einen Ausgleich für die Kohlenstoffdioxidemission. Green-e, Amerikas größter unabhängiger Anbieter von Ökostromverifizierung und -zertifizierung, garantiert die Investition in Neuanlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien in den USA. Znout finanziert pro Suchanfrage statt der oben genannten 4 Wh pro Suchanfrage sogar den Ausgleich von 10 Wh bzw. 5 g CO2.

Ecosia und Forestle spenden einen großen Teil ihrer Gewinne an Projekte des WWF bzw. der Organisation The Nature Conservancy im Amazonasgebiet und sorgen so für den Schutz bzw. die Wiederaufforstung des südamerikanischen Regenwaldes. Diese haben jedoch einen strukturellen Nachteil, da effektiv nur das Anklicken von eingeblendeter Werbung zu einem positiven Effekt führt. Znout bezieht dagegen jede Rechercheanfrage in den Ausgleich mit ein, was als Vorteil gegenüber Ecosia und Forestle gesehen werden kann.

Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Maaret Westphely, Tel. 0172/1704183

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