Rot-Grüner Antrag: Förderung der Elektromobilität in Hannover durch einen Modellversuch mit dem Schwerpunkt Citylogistik

09.09.2010 - Mit verschiedenen regionalen Anbietern soll ein Modellversuch für Elektromobilität durchgeführt werden, mit dem Ziel der Prüfung ihrer Effektivität und Effizienz.

zu beschließen:

Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover wird beauftragt, zusammen mit der Stadtwerke Hannover AG und der Volkswagen AG unter Einbeziehung weiterer regionaler Anbieter einen Modellversuch für Elektromobilität mit Schwerpunkt Citylogistik zu entwickeln. Ziel ist es, die Einsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Elektromobilen für Citylogistik in Großstädten zu prüfen.

Als potentielle Teilnehmer/Partner des Modellversuchs sollen auch die Region Hannover, üstra, aha, das Klinikum Hannover, die Deutsche Messe AG, Union Boden und ggf. weitere interessierte Partner wie z.B. das Handwerk und die Deutsche Post AG angesprochen und bei Interesse einbezogen werden.

Elektromobile sollen testweise auch in der Verwaltung eingesetzt werden. Mögliche Einsatzfelder sind z.B. • der städtische Botendienst, • Grünflächenpflege, • Baustellenkontrolle, • die Stadtentwässerung, • weitere Dienstfahrzeuge z.B. im Außendienst der Gewerbe oder Lebensmittelüberwachung.

Zur Finanzierung des Modellversuchs sollen möglichst Fördermittel von EU, Bund und Land eingeworben werden. Der Rat fordert die Landes- und die Bundesregierung auf, Fördermittel für einen entsprechenden Modellversuch zur Verfügung zu stellen.

Der Strom für den Modellversuch soll aus regenerativer Energieerzeugung wie z.B. Windenergie bereitgestellt werden.

Der Flottenversuch soll möglichst im Jahr 2011 starten.

Ferner sollen unter Federführung von hannoverimpuls die in der Region Hannover vorhandenen Kompetenzen beim Thema Elektromobilität durch Einrichtung einer Arbeitsgruppe mit interessierten Partnern aus Wirtschaft und Forschung gebündelt werden.

Begründung:

Zurzeit arbeiten alle großen Automobilhersteller an Konzepten zur Elektromobilität. Die Bundesregierung hat dazu einen Aktionsplan verabschiedet und sich das Ziel gesetzt, dass im Jahr 2020 bundesweit 1 Mio. Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein sollen. Andere Länder wie z.B. China haben sich noch ehrgeizigere Pläne gesetzt.

Auch die Volkswagen AG entwickelt derzeit Elektrofahrzeuge. E-Golfs und E-Caddys werden spätestens im kommenden Jahr verfügbar sein.

Nach Einschätzung von Experten werden sich Elektromobile zunächst im städtischen Einsatz bewähren, da die Batterietechnologie dafür schon vorhanden ist. Die bislang entwickelten Energiespeicher für Elektrofahrzeuge sind aufgrund begrenzter Ladevolumen noch nicht für Langstrecken geeignet, sehr wohl aber für die in Städten typischen Kurzstrecken. Darüber hinaus haben Elektromobile aufgrund ihrer direkten Emmissionsfreiheit und Geräuscharmut insbesondere für Ballungsräume große Vorteile.

Reine Elektrofahrzeuge, die nur mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden, sind gegenüber Benzin- und Dieselantrieben besonders klimafreundlich.

Die Region Hannover verfügt mit VW Nutzfahrzeuge, WABCO, der Continental AG, VARTA und weiteren Traditionsbetrieben bereits heute über eine besondere Kompetenz im Automobilbau und speziell im Bereich der Nutzfahrzeuge. Leichte elektrobetriebene Nutzfahrzeuge werden in Kürze bei VW verfügbar ein.

Diese Kompetenz sollte in der Region Hannover zusammengeführt werden, um die Entwicklung und Verbreitung von Elektromobilen voranzutreiben.

Christine Kastning
Fraktionsvorsitzende

Michael Dette
stv. Fraktionsvorsitzender

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