Experimentierkasten Saarland oder eine ungebremste Fahrt gegen die Wand ?

17.10.2009 - Das Zünglein an der Waage ist im Saarland ausgeschlagen und hat sich dort mehrheitlich für eine ganz neue Regierungsform entschieden. Hat das Auswirkungen und wie werden sie für die Bundesrepublik ausfallen ?

Sind die klassischen linken zu kurz gekommen ?

Saarland ist eine Insel - oder auch nicht. Die Bundesgrünen werden genauso wie andere nicht schlecht gestaunt haben, was sich dort so getan hat.

Nach Schwarz-Grün in Hamburg nun ein Dreier-Farbengemisch.

Gut. Die Grünen können sich über zwei Ministerposten und der Beteiligung an der Regierung freuen.

Aber stimmen die Dinge, wie sie im Fernsehen gelaufen sind mit den "Leihstimmen" von der SPD ?

Was ist mit dem Einfluss oder jetzt der Nichtigkeit des Oskar Lafontaine, der auf seine Karte des Doppelmandates gespielt hat ?

Gibt es neue Zerreißproben bei den Grünen weil die Flügel wieder zu neuem Leben erwachen ?

Was haben die Linken uns voraus und warum haben wir diesen politischen Acker nicht selbst bestellt ?

Natürlich gibt es die politische Landschaft her, dass in einem 5-Parteiensystem nun viel mehr Möglichkeiten bestehen als vorher in einem verkrusteten Verfahren von früher drei, dann vier und jetzt fünf Regierungsmöglichkeiten.

Was kann der Bürger, der Wähler in Zukunft erwarten von uns Grünen ? Haben wir eine neue Unschuld zulasten einer Ausübung von Macht verloren. - Gehen uns die Sympathien dadurch verloren ?

Viele Fragen sind offen und zu diskutieren ! Ungerne stelle ich mir vor, dass es uns wie die SPD zur Zeit zerreißt.

Den Schulterschluss zu linken Themen, also vereinfacht gesagt zur Solidarität mit den Randgruppen und "Vergessenen und Verlorenen" in unserer Gesellschaft darf uns (und damit auch unsere Bodenhaftung) nicht verloren gehen.

Oder beruhigt sich das Ganze weil es irgendwann ein Stück gelebte Normalität wird (Jeder kann mit Jedem regieren ? )

Die Antwort wird einfach im Pragmatismus liegen und in der Zukunft.

Thomas Faßbender

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