Stellungnahme zur Ablehnung des Bebauungsplanes 1764

25.04.2012 -

Die grüne Stadtteilgruppe vor Ort hat sich intensiv mit dem Thema zur Ansiedlung eines Distributionszentrums an der östlichen Weltausstellungsallee und damit mit der Veränderung des Bebauungsplans auseinandergesetzt. Wir sind gemeinsam zu dem Ergebnis gelangt, beide Beschlussdrucksachen darüber abzulehnen.

Es gibt mehrere Gründe dafür:

Ein Distributionszentrzum von einer derartigen Größe hat negative Auswirkungen auf die Menschen, die in der Nähe wohnen oder sich dort erholen wollen. Auch wenn verschiedene Gutachten, die die Stadt Hannover in Auftrag gegeben hat, zu dem Schluss gelangt sind, dass sich die Ansiedlung nicht negativ auswirkt, so muss man doch zwischen Gutachten, bei denen es um Berechnungen, um Durchschnittswerte und um Grenzwerte geht und der Wirklichkeit der Menschen vor Ort unterscheiden.

Die Gutachten sagen zum Beispiel, dass der vermehrte LKW Verkehr - sowohl hinsichtlich des Lärms als auch der schädlichen Abgase - nicht wahrnehmbar ist. Jeder weiß aber, dass natürlich jeder einzelne LKW, der vorüberfährt wahrzunehmen ist und die Lebensqualität von Erwachsenen und Kindern beeinträchtigt.

Auch der zusätzliche PKW-Verkehr mag aus gutachterlicher Sicht nicht ins Gewicht fallen, doch hier vor Ort fühlen wir, dass der Verkehr in den letzten Jahren stetig zugenommen hat und sich jede weitere Zunahme störend bemerkbar macht. Das Ziel ist nicht mehr, sondern weniger Verkehr, damit sich die Menschen hier wohl fühlen.

Die Gutachten kommen zu dem Schluss, dass die Planänderung nicht zu einer Verkehrszunahme führt, die für die Umgebung unzumutbar wäre. Was zumutbar ist und was nicht, lässt sich nur bedingt durch quantitatives Zahlenmaterial abbilden.

Dieser Widerspruch wird auch beim Lärmgutachten deutlich. Hier wird bestätigt, dass es zu einer Erhöhung des Lärms in einem nicht messbaren und nicht wahrnehmbaren Bereich kommt, dennoch wird eine Lärmschutzwand von 8 Metern Höhe empfohlen.

Wir sind überzeugt davon, dass eine Ansiedlung dieser Größenordnung die Lebensqualität der Bürgerinnen vor Ort beeinträchtigen wird.

Die Stellungnahme vom BUND hat das Gutachten zu wasserwirtschaftlichen Fragestellungen und das Naturschutzfachliche Gutachten sowohl in seiner Methode als auch in seinem Ergebnis grundsätzlich angezweifelt. Das hat irritiert und das grundsätzliche Vertrauen in die Gutachten erschüttert. Hier erscheint uns die Argumentation in der Stellungnahme schlüssiger und auch aus diesem Grund folgen wir den Empfehlungen des BUND ein derartiges Ansiedlungsvorhaben abzulehnen.

Natürlich möchten wir, dass Arbeitsplätze geschaffen werden. Es kann aber nicht um die Schaffung irgendwelcher Arbeitsplätze gehen. Arbeitsplätze sollten fair sein. Das heißt gerecht entlohnt, sicher und in der Qualität der Arbeitsbedingungen die Würde des Menschen nicht verletzend.

Gegenüber dem immer noch nicht öffentlich genannten Versandhandelsunternehmer hegen wir bezüglich den Versprechungen gegenüber Dauerarbeitsplätzen für Menschen, die in Hannover und in der Region leben, starke Zweifel. Auch über die Qualität der Arbeitsplätze sind wir sehr besorgt. Wenn es keine Tarifbindung gibt, wirkt sich das auf nahezu alle Arbeitsbereiche wie Lohn, Pausenreglung, Kontrollen und die Arbeitszeit aus. Viele glauben, dass wenn man Menschen zu Arbeit um jeden Preis zwingt, dass damit ein erniedrigendes Kapitel der Arbeitslosigkeit in ihren Leben beendet werden kann – doch der Preis dafür darf nicht eine entwürdigende und sozial entsicherte Arbeit sein. So verweigert man diesen Menschen den Respekt.

Es heißt, dass ein Distributionszentrum dieser Größenordnung eben notwendig sei, da die Menschen es so wollen. Sie wollen möglichst billig über das Internet Waren bestellen. Doch nicht alles was Menschen wollen muss auch gesellschaftlich gut und sinnvoll sein und unterstützt werden. Wenn Ware billig ist, hat das seinen Grund und wenn Ware innerhalb von 12 oder 24 Stunden geliefert wird hat das seinen Preis. Wir möchten die Menschen für die Folgen ihres Einkaufsverhaltens sensibilisieren. Hier im Stadtbezirk haben wir eine wunderbare wohnortnahe Versorgung, die die meisten Bedürfnisse befriedigen kann und überwiegend faire und gute Arbeitplätze schafft. Diese Überlegungen ethischer Natur sind ebenfalls ein Grund für unsere ablehnende Haltung.

Auch wenn der derzeitige Entwurf des Bebauungsplans nicht nur für den einen Versandhandelsunternehmer verändert werden soll, möchten wir dass der derzeitige Flächennutzungsplan, der die Sonderbaufläche Messe, eine allgemeine Grünfläche und gemischte Baufläche, u.a. „Gewerbliche Baufläche“ beibehalten wird und dieses Gebiet nicht zum Gewerbegebiet wird.

An dem ursprünglichen Gedanken vom Landschaftsschutzgebiet auf dem Kronsberg über ein hochwertiges Wohngebiet mit ökologischem Standard stufenweise zu größeren Messehallen zu gelangen möchten wir festhalten. Ein Gewerbegebiet macht diese gute Idee zunichte.

Ein Gewerbegebiet in dieser Größenordnung passt unserer Meinung nach städtebaulich und landschaftlich nicht auf dieses Gelände. Kleinere Gewerbeeinheiten in Kombination mit Wohneinheiten, Geschäften, Freizeiteinrichtungen können wir uns an besagter Stelle gut vorstellen.

Wir wünschen uns dort eine Bebauung, die nachhaltig und sinnvoll ist und auch noch in 10 oder 20 Jahren für Menschen, die dort arbeiten oder in der Nähe wohnen attraktiv ist.

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