Hemmingen - Barrierefreie Gestaltung von Bürgersteigen und Straßenquerungen in Hemmingen

28.10.2008 -

Antrag:

1.Die Verwaltung wird beauftragt, bei der Planung und Ausführung von neuen Bürgersteigen und Straßenquerungen in Hemmingen, eine vollständig barrierefreie (bodenabsatzfreie) Nutzungsmöglichkeit für Rollstuhlfahrer, Benutzer von Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen zu verwirklichen. Ferner ist das Gleiche auch bei der Sanierung vorhandener Anlagen sicherzustellen.

2.Die Verwaltung wird beauftragt, aus den Wohngebieten in Hemmingen Hauptverbindungsrouten und den für deren Realisierung erforderlichen Investitionsbedarf zu ermitteln, der es für Rollstuhlfahrer, Benutzer von Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen ermöglicht, barrierefrei das Ortsteilzentrum und/oder sonstige wichtige Ziele zu erreichen.

Begründung:

Die Stadt Hemmingen soll für alle Bürgerinnen und Bürger in gleicher Weise erschlossen sein. Eine entscheidende Voraussetzung für die Teilhabe aller Menschen am öffentlichen Leben ist die vollständige Barrierefreiheit. Jedoch ist die herkömmlich verstandene Barrierefreiheit nicht ausreichend, denn bereits jeder auch kleine Höhenunterschied zwischen Gossenstein und Gosse macht die Überquerung dieser Stellen insbesondere für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer zu einem schwierigen Unterfangen.

Die SPD hat im Mai 2008 eine öffentliche Informationsveranstaltung zur Stadtentwicklung in Hemmingen durchgeführt. Als wichtiges Thema für die Bürger zeigte sich der Wunsch nach barrierefreier Mobilität auf Bürgersteigen und Straßenquerungen für Familien, Senioren und Behinderte in Hemmingen. Daraufhin fand eine Begehung einiger Straßenzüge durch Mitglieder der SPD und des Seniorenbeirates in Arnum statt, wobei zum Teil erhebliche Mängel an Gehwegen festgestellt werden mussten, die die Nutzung der Wege für Rollstuhlfahrer, Benutzer von Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen erschweren bis unmöglich machen.

Insbesondere fiel auf, dass sich die von der Bevölkerung besonders stark frequentierten Bürgersteige in der Arnumer Kirchstraße und in der Bockstraße bis hinunter zur Bundesstraße 3 in einem außerordentlich schlechten Zustand befinden. Sie sind für Behinderte praktisch nicht nutzbar. Mehrfach aufgerissenes Straßenpflaster wurde nur notdürftig geflickt. Im Bereich einiger Bürgersteigabsenkungen ist das Niveau zwischen Regengosse und Fahrbahndecke nicht angeglichen und Kanaldeckel liegen über dem Gehwegniveau.

Grundsätzlich ist eine Gesamtsanierung von Bürgersteigen und Straßenquerungen zur barrierefreien Benutzung anzustreben. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, in einem ersten Schritt zunächst aus den größeren Wohngebieten heraus eine Hauptverbindungsroute zu entwickeln, die es Rollstuhlfahrern, Benutzern von Rollatoren und Eltern mit Kinderwagen ermöglicht, behinderungsfrei das Ortsteilszentrum zu erreichen. Für alle zukünftigen Sanierungen, Umbauten oder Neuschaffungen von Bürgersteigen und Straßenquerungen ist auf die Barrierefreiheit besonders zu achten.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Silvia Jünke
Stellv.Fraktionsvorsitzende SPD

gez. Jürgen Grambeck
Fraktionssprecher
Bündnis 90/Die Grünen

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